Mittwoch, 27. Juli 2016

[Rezension] Unter uns nur Wolken

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 Titel: Unter uns nur Wolken
 Autor/in: Anna Pfeffer 
 Verlag: Aufbau Taschenbuch
 Seitenzahl: 262
 Preis TB: 9,99 € (D)
 Preis eBook: 4,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: Aufbau Verlag






Tom hat es nicht leicht: Abends versucht er seine Bar am Laufen zu halten, während er sich tagsüber um seinen an Alzheimer erkrankten Großvater Florian kümmert. Von seinen Eltern bekommt er keine Unterstützung , deswegen möchte er eine Pflegerin einstellen. Doch Florian will nicht einsehen, dass er krank ist und vergrault erfolgreich jede Bewerberin. 

Anis Leben ist ebenfalls ein Chaos: Gerade musste sie erfahren, dass ihr Freund sie betrogen hat und damit ist sie nicht nur wieder Single, sondern auch noch obdachlos. Durch Zufall erfährt sie von dem Job als Pflegerin und versucht ihr Glück mit Florian.

Doch damit fängt das Chaos erst an …. Ein Chaos, das vielleicht aber auch ein Neuanfang ist, für Tom, Florian und Ani … . 
Da ich die „Acht Sinne“ – Reihe von Rose Snow super finde, ließ ich mich nur zu gerne dazu überreden, auch einmal ein Buch des Autorenduos aus einem anderen Genre zu versuchen. Schon der Klappentext und die Beschreibung der Autorinnen haben mich für das Buch begeistert. 

Die Geschichte ist abwechselnd aus Toms und Anis Sicht geschrieben, so dass man als Leser Einblick in die Gefühlswelt beider Protagonisten bekommt und somit gut nachvollziehen kann, wie es den beiden geht, was sie bewegt und wie sie sich fühlen. Ich fand diese beiden Perspektiven klasse und konnte mich gar nicht entscheiden, welche Sicht ich lieber gelesen habe.

Anfangs erschien mir Tom etwas schroff und unnahbar, aber trotzdem mochte ich ihn auf Anhieb. Ani hatte ich dagegen sofort in mein Herz geschlossen. Das Leben hat es bis jetzt so gar nicht gut gemeint mit ihr und ich wünschte mir endlich ein bisschen Glück für sie. Dabei gefiel es mir aber total gut, dass sie sich nicht in Selbstmitleid suhlt, sondern ihr Leben in die Hand nimmt und immer nach einem Ausweg sucht. Florian fand ich richtig klasse. Er ist ein verrückter alter Kautz, der es wirklich in sich hat. Doch trotz seiner wirklich krassen Ideen, fand ich ihn sofort sympathisch.

Mit Florian kommt auch jede Menge Humor in die Geschichte, denn was sich der alte Mann einfallen lässt, ist wirklich nicht ohne. Ich kann gut verstehen, dass da jede Pflegerin die Beine in die Hände nimmt und das Weite sucht. Er ist wirklich sehr kreativ, wenn es darum geht, andere Menschen zu schockieren. Aber zwischen all diesen Streichen kann man deutlich herauslesen, dass er sich eigentlich nur dagegen wehrt, ein Pflegefall zu werden, dass er nicht akzeptieren will, dass er auf Hilfe angewiesen ist, weil er krank ist. Ich finde, das Autorenduo Rose Snow beschreibt hier einfühlsam den inneren Zwiespalt von Florian, wie er sich fühlen muss, nachdem er die Diagnose „Alzheimer“ bekommen hat und dass es sicher nicht leicht ist, sich damit abzufinden. Und doch wird die ganze Geschichte mit so viel Humor erzählt, dass sie nicht zu bedrückend wird. Eine schöne Art an dieses ernstes Thema heranzugehen.

Doch auch die Geschichte von Ani und Tom fand ich sehr schön. Denn Florian verändert auch ihrer beider Leben, was die Autorinnen so geschickt mit den Geschehnissen verbinden, dass alles ein rundes und absolut stimmiges Bild ergibt. 
Dieses Buch ist einfach wundervoll. Ich fand die Protagonisten so besonders und liebenswert und die beiden Autorinnen haben eine schöne und einzigartige Art mit dem ernsten Thema „Alzheimer“ in dieser Geschichte umzugehen. Mit viel Humor, aber auch absolut berührend gehen sie an diese Krankheit heran und binden sie in eine rundum gelungene Gesamtgeschichte ein.

Mein Fazit: Einfach zauberhaft.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.


Dienstag, 19. Juli 2016

[Rezension] These Broken Stars - Lilac und Tarver

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Cover 




 Titel: These Broken Stars - Lilac und Tarver
 Autor/in: Amie Kaufman und Meagan Spooner
 Übersetzer/in: Stefanie Frida Lemke 
 Verlag: Carlsen
 Seitenzahl: 486
 Preis: 19,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: Carlsen Verlag



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Lilac befindet sich auf der Icarus, das größte und luxuriöseste Raumschiff, das ihr Vater je gebaut hat. Als Tochter des reichsten Mannes hat Lilac einige Privilegien, aber auch Pflichten, die sie einengen. 

Auf der Icarus begegnet sie Tarver, einem Soldaten, der aus einfachen Verhältnissen stammt, jedoch durch Kriegsverdienste in die feine Gesellschaft aufgestiegen ist. 

Die beiden sind sich sofort sympathisch, doch mehr als ein kurzes Gespräch kann es zwischen ihnen nicht geben. Jedenfalls nicht bis zu dem Zeitpunkt, als die Icarus abstürzt und Lilac und Tarver auf einem unbekannten Planeten landen.

Jetzt müssen sie nämlich zusammenhalten, denn es geht um mehr als nur die verschiedenen Schichten, aus denen sie stammen, es geht ums nackte Überleben … .
Als ich den Klappentext las, war klar, dass ich dieses Buch haben muss, denn ich liebe SciFi-Bücher. 

Anfangs findet man sich mit Lilac und Tarver auf der Icarus wieder und erlebt hautnah mit, wie die beiden sich kennenlernen und was für einen familiären Hintergrund sie mitbringen. Dabei fand ich es richtig toll, dass die Geschichte abwechselnd aus Lilacs und Tarvers Sicht geschrieben ist. So kann man beide Protagonisten gleichzeitig besser und intensiver kennenlernen. Ich genoss es, sowohl in die Gedanken von Lilac, als auch die von Tarver eintauchen zu können. Damit erhielt ich einen super Einblick in das Leben, Denken und Fühlen der Beiden und konnte mich mit ihnen identifizieren. Ich muss sagen, dass ich die Protagonisten gleichermaßen sympathisch fand und mich gar nicht entscheiden kann, welche Sicht ich lieber gelesen habe.

Lange lassen sich die beiden Autorinnen jedoch nicht Zeit, bis auf der Icarus etwas schiefläuft und obwohl ich ja aus dem Klappentext schon wusste, dass das Raumschiff abstürzen würde, hab ich doch die Luft angehalten. Die Panik der Leute war nahezu greifbar. Ich hatte das Gefühl, als wäre ich selbst auf der Icarus und würde mit Lilac und Tarver nach einer Rettungskapsel suchen. Dabei hab ich regelrecht die Luft angehalten, so angespannt waren meine Nerven, so aufreibend die Situation. Amy Kaufmann und Meagan Spooner ist es wirklich sehr gut gelungen, die Atmosphäre einzufangen und den Leser mitzureißen.

Als Lilac und Tarver schließlich auf dem fremden Planeten landen, hat man etwas Zeit, um auszuatmen. Gemeinsam erkunden sie die Gegend und ich muss gestehen, ich habe immer gewartet, dass etwas passiert, dass Action in die Geschichte kommt, doch was dann passierte, hat mich ehrlich überrascht. Mit so etwas hab ich so gar nicht gerechnet. Anfangs hatte ich Angst, es würde etwas langweilig werden, aber diese Entwicklung war durchaus spannend und interessant.

Den halben Punkt ziehe ich für eine ganz bestimmte Sache ab, die ich hier aus Spoilergründen leider nicht nennen kann, die ich mir jedoch anders gewünscht hätte und noch nicht so recht einzuordnen weiß. Jetzt bin ich einfach gespannt, was die Autorinnen in der Fortsetzung aus dieser Begebenheit machen werden ;) 

Das Ende ist in meinen Augen erst einmal schön rund, lässt aber auf jeden Fall noch jede Menge Platz für die Fortsetzung, die ich mir auf keinen Fall entgehen lassen werde.

„These Broken Stars“ ist ein spannendes SciFi-Abenteuer, das es wirklich in sich hat. Sympathische Protagonisten, unerwartete Entwicklungen und Wendungen und ein Ende, das sehr viel Raum für noch mehr Gänsehautfeeling lässt. Ein richtig tolles Buch, das mich in seinen Bann gezogen hat.


Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne von 5.