Mittwoch, 15. Juni 2016

[Rezension] Verzaubert - Geheimnisvolle Nachbarn

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 Titel: Verzaubert - Geheimnisvolle Nachbarn
 Autor/in: Anna-Sophie Caspar 
 Verlag: Carlsen / impress
 Seitenzahl: 328
 Preis TB: 12,99 € (D)
 Preis eBook: 3,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: Carlsen Verlag




Irgendetwas ist komisch an den neuen Nachbarn … das findet zumindest Effie, steht mit dieser Meinung aber ziemlich alleine da, denn irgendwie scheinen alle anderen die Villa und ihre Bewohner nicht wahrzunehmen. Effie ist sich jedoch sicher, dass sie sich das nicht alles einbildet und stellt deswegen auf eigene Faust Nachforschungen an.

Dabei stößt sie auch auf Eden, der sie sofort fasziniert und irgendwie magisch anzieht. Doch je näher sie dem jungen Mann kommt, desto gefährlicher wird es für Effie, denn Eden ist kein gewöhnlicher Mensch und er und seine Freunde bergen ein Geheimnis, das Effies Leben für immer verändern wird … .

Gleich im ersten Kapitel lernt Effie Eden kennen und man befindet sich als Leser mitten im Geschehen. Ich fand es toll, dass es ohne großes Vorgeplänkel losging. Schnell lernte ich Effie kennen und fand sie sofort sympathisch. Sie hat gerade ihr Abitur hinter sich gebracht und genießt jetzt ihre freie Zeit. Da kommen die neuen, geheimnisvollen Nachbarn gerade recht und gemeinsam mit Effie fing ich an, Fakten zu sammeln und mich zu fragen, welches Geheimnis Eden und seine Freunde wohl bergen würden. Doch die Autorin Anna-Sophie Caspar macht es dem Leser nicht allzu leicht. Sie füttert ihn nur mit kleinen Hinweisen, lässt den Leser sich langsam Stück für Stück an die wahre Identität von Eden herantasten und lüftet schließlich mit einem Knall das große Geheimnis. Und das hat es wirklich in sich. Da Fantasy ja mein bevorzugtes Genre ist, dachte ich eigentlich, ich hätte schon alles gelesen, was es so gäbe, doch Anna-Sophie Caspar hat mich eines Besseren belehrt. Ihr ist es gelungen, hier etwas ganz Neues zu erschaffen, das jedoch einen „wahren mythischen Kern“ hat. Ich fand es jedenfalls großartig, was sich die Autorin hier hat einfallen lassen.

Das Buch ist von Anfang bis Ende in der 3. Person geschrieben, was ich normalerweise nicht so gerne mag, mich in diesem Buch jedoch nicht gestört hat, da man trotzdem genug Einblick in Effies Leben und Gedanken bekommt. Insgesamt ist der Schreibstil leicht und flüssig, die Geschichte ist mitreißend und man bekommt kaum mit, wie die Seiten verfliegen. 

Außerdem gibt es sehr viel Spannung in dem Buch. Doch auch hier macht es uns Anna-Sophie Caspar gar nicht so einfach, denn es gibt nicht den Bösewicht, gegen den gekämpft wird. Nein, als Leser muss man sich seine eigenen Gedanken machen, was gut und was bzw. wer böse ist. Es hat eben immer alles zwei Seiten und die Autorin ändert am Ende noch einmal alles, so dass es verspricht auch in einer Fortsetzung spannend zu bleiben. Ich jedenfalls mag es total gerne, wenn man nicht schon zu Beginn weiß, wie alles endet bzw. wenn man anfangs meint, dass man weiß, wie es läuft, nur um dann festzustellen, dass es doch ganz anders ist. Das ist Anna-Sophie Caspar auf jeden Fall sehr gut gelungen.

Eine neue Idee, sympathische Protagonisten, ein mitreißender Schreibstil und spannende Wendungen machen für mich ein gutes Fantasybuch aus und genau das alles hat „Verzaubert – Geheimnisvolle Nachbarn“ von Anna-Sophie Caspar. Mich hat die Autorin jedenfalls von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt und ich freu mich jetzt schon auf mehr von ihr.

Hier haben wir mal wieder ein richtiges „Hidden Treasure“-Buch, also unbedingt lesen!


 Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Sonntag, 12. Juni 2016

[Rezension] Rauklands Sohn

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Cover 


 
 Titel: Rauklands Sohn
 Autor/in: Jordis Lank
 Verlag: El Gato
 Seitenzahl: 364
 Preis TB: 12,90 € (D)
 Cover / Bildrechte: El Gato Verlag



Ronan soll einmal König von Raukland werden. Dafür muss er schon früh seine Aufgaben im Herr seines Vaters übernehmen. Doch dann begeht er einen schwerwiegenden Fehler, für den ihn sein Vater zur Strafe nach Lannoch verbannt.

Er soll für seinen Vater das Land einnehmen. Das ist jedoch leichter gesagt, als getan, denn die Aufgaben, die ihm Merin, der König von Lannoch stellt, sind so ganz anders, als erwartet. Hier hilft Ronan sein Umgang mit dem Schwert überhaupt nichts und auch nicht, dass er gelernt hat Schmerzen auszuhalten, denn dem Lannocher König sind ganz andere Dinge wichtig.

Je mehr Zeit Ronan auf der Insel verbringt, desto mehr verändert er sich.  Trotz allem bleibt Ronan aber der Sohn des Königs von Raukland und als dieser hat er seine Pflichten zu erfüllen. Doch wie hoch ist der Preis dafür und ist Ronan bereit, diesen zu bezahlen?

Dieses Buch ist wirklich alles andere als leicht einzuordnen. Während es auf der Verlagsseite unter „Fantasy“ geführt wird, hätte ich wohl eigentlich zuerst unter den „historischen Romanen“ gesucht. Doch genau das macht wahrscheinlich auch den Charme dieses Buches aus. Die Welt, in der es spielt, wurde komplett von der Autorin erdacht. Aber wenn man sich ein bisschen auf der Homepage von Jordis Lank umsieht, bemerkt man schnell, dass sie sich doch ein bisschen an historischen Begebenheiten orientiert hat. Ich finde, dass genau das die perfekte Kombination ist und ich liebe die Welt um Raukland und Lannoch und das einzigartige Setting, das die Autorin hier geschaffen hat. 

Gleich im ersten Kapitel wird man mitten in die Geschichte hineingeschmissen und man erlebt hautnah mit, wie Ronan für seinen Fehler bestraft wird. Damit hatte mich die Autorin schon gepackt und ich war sofort mitten in der Geschichte und ergriff für Ronan Partei. Er war mir von Anfang an sympathisch, obwohl er zu Beginn der Story ja eher seine raue Seite zeigt. Nur mit dem Alter von Ronan hatte ich irgendwie so meine Schwierigkeiten. Für mich hat er viel reifer und damit auch älter gewirkt, was jedoch mein Lesevergnügen in keinster Weise gestört hat. Ich glaube, Ronan hätte sowieso nichts tun können, das mich gegen ihn hätte aufbringen können :) Dafür mochte ich ihn viel zu gerne und zwar von Anfang an. 

Auch die anderen Charaktere hat sich die Autorin mit viel Liebe ausgedacht. Sie sind alle etwas Besonderes. Manche lernt man nur ein bisschen kennen, andere dafür intensiver. Jordis Lank hält hier ein gutes Gleichgewicht, bringt nur so viele Figuren in die Geschichte ein, dass man als Leser nicht überfordert ist, aber es trotzdem auch ein paar süße Nebengeschichten gibt. Die Protagonisten selbst erhalten genug Spielraum, um sich entwickeln zu können, wobei sich die Autorin so viel Zeit lässt, dass es auch wirklich glaubhaft ist.

Normalerweise stört es mich ja, wenn ein Buch in der dritten Person geschrieben ist, weil ich dann immer das Gefühl habe, nicht nahe genug am Geschehen dran zu sein. Doch auch das hat die Autorin super gelöst, denn trotz dieser Erzählperspektive werden auch immer wieder die Gefühle und Gedanken der Protagonisten erwähnt. Dadurch hob Jordis Lank für mich die Distanz zu den Figuren auf, machte sie erlebbarer und zugänglicher. So konnte ich mit allen wichtigen Charakteren mitfiebern und mich noch besser in sie hineinversetzen. 

Die gesamte Geschichte ist  zudem so stimmig, es zieht sich ein roter Faden durch das ganze Geschehen und trotzdem gibt es ein paar tolle Wendungen, die ich so gar nicht erwartet hätte. Doch alles ist wirklich genau durchdacht und doch so mitreißend, dass ich einfach am Buch hängen blieb und gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen, weil ich einfach wissen musste, was die Geschichte für Ronan und die restlichen Protagonisten noch bereithält.
„Rauklands Sohn“ ist eines dieser Bücher, die einen beim Lesen die Zeit vergessen lassen, so sehr wird man von den Geschehnissen und den Protagonisten eingenommen und mitgerissen. Ich war total fasziniert von der Welt, die sich Jordis Lank ausgedacht hat und verliebte mich in diese einzigartige Mischung aus Fantasy und historischem Roman.
Bleiben nur zwei Fragen: Wieso nur habe ich dieses wahnsinnig tolle Buch so lange auf dem SuB schmoren lassen und woher bekomme ich jetzt am schnellsten die Fortsetzung :)


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.