Freitag, 27. Mai 2016

[Rezension] Verwandte Seelen - Eine Liebe zwischen Unsterblichkeit und Tod

Kommentare:





 Titel: Verwandte Seelen - Eine Liebe zwischen   
 Unsterblichkeit und Tod
 Autor/in: Nica Stevens 
 Verlag: Drachenmond
 Seitenzahl: 342
 Preis TB: 12,00 € (D)  
 Cover / Bildrechte: Drachenmond Verlag





Die Unsterblichen regieren die Welt und versklaven die Menschen. Ein paar wenige, darunter auch Sam und ihre Verwandten, können sich jedoch vor ihnen verstecken, leben aber in ständiger Gefahr.

Als ihr Dorf überfallen wird, fallen Sam und ihre Freunde dem Unsterblichen Jake McAlaster in die Hände. Anders als seine Artgenossen beschützen er und sein Clan die Menschen und mit Samantha scheint ihn etwas ganz Besonderes zu verbinden.

Doch eine Verbindung zwischen Menschen und Unsterblichen ist streng verboten und könnte Jakes Clan in einen Krieg stürzen. Ist das Risiko ihre Liebe wert?
Die Idee der Unsterblichen hat mich sofort fasziniert und ich liebe sie. Endlich einmal ein Fantasy-Buch mit neuen Wesen. Diese finde ich auch richtig klasse. Sie sind überirdisch schön, stark und (beinahe) unsterblich. Sie können mit Schwertern umgehen und reiten auf Pferden, die sich auf mystische Weise mit ihrem Reiter verbinden. Hach, das ist doch der Stoff aus dem die Träume sind.

Sehr gut gefällt mir auch, dass die Unsterblichen in Clans zusammenleben. Das hatte so einen kleinen Scottland- und Mittelalter-Touch, den ich total gerne mag. 

Das ganze Setting ist überhaupt richtig schön und stimmig. Ich liebte es, in die Welt von Samantha und Jake einzutauchen. Die Autorin Nica Stevens beschreibt die Orte mit so einen Intensität, dass ich sie förmlich vor mir sah und ihnen gerne selbst einen Besuch abgestattet hätte.

Die Protagonisten selbst fand ich auch wirklich sympathisch. Samantha wächst bei ihrer Tante und ihrem Onkel auf. Sie muss sich vor den Unsterblichen verstecken, spürt aber in sich auch den Drang, mehr zu erkunden, als nur das kleine Dorf, in dem sie wohnt. Doch pflichtbewusst erledigt sie ihre Aufgaben und ist ihren Freunden und ihrer Familie gegenüber sehr loyal. Für sie würde sie alles tun, sogar in den Tod gehen, was in meinen Augen ein sehr edles Motiv ist. 

Jake gefiel mir ebenfalls total gut. Er ist so ein richtiger Bookboyfriend, wie man ihn sich wünscht. Gut aussehend, stark, mutig, loyal und ein bisschen frech. Ein Typ zum Verlieben eben.

Die Geschichte selbst ist aus Sams Sicht in Ich-Form geschrieben, was ich immer sehr gerne mag, da man so die Gedanken und Gefühle der Protagonistin hautnah miterlebt und sich dementsprechend besser in sie hineinfühlen und –denken kann. 

Während man aufgrund des Klappentextes vermuten könnte, dass es sich hier wieder um eine dieser Verbotene-Liebe-Geschichten handelt, entwickelt sich das Ganze dann doch ganz anders, was ich richtig super fand. Es herrscht also nur kurz dieses Hin und Her, wie man es aus anderen Büchern kennt. Damit hat mich die Autorin, Nica Stevens, wirklich positiv überrascht.

Neben der Liebesgeschichte gibt es jedoch noch jede Menge anderes zu entdecken, denn im Grunde geht es um die Menschen und wie diese von den Unsterblichen unterdrückt und versklavt werden. Das bringt die Spannung in die Geschichte und lässt jede Menge Spielraum für die Fortsetzungen. Ich freu mich jedenfalls schon sehr darauf.

Der einzige Kritikpunkt, den ich habe: Irgendwie hat sich bei mir (noch) nicht wirklich ein Lesesog eingestellt. Ich kann gar nicht wirklich sagen, woran es lag, aber ich denke, dass sich das in den Folgebänden auf jeden Fall noch geben wird.
Hier ist der Autorin Nica Stevens ein Fantasy-Roman der ganz anderen Art gelungen. Die Idee der Unsterblichen ist neu und erfrischend. Das Setting ist super und die Protagonisten total sympathisch, richtig zum Verlieben. Die Lovestory hält einige Überraschungen bereit und die restliche Geschichte ist total spannend und lässt viel Spielraum für die Fortsetzungen. Ich freu mich jedenfalls schon sehr darauf.


Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Selfpublisher? Jederzeit

Kommentare:
Liebe Leser,

wer mich und meinen Blog kennt, weiß, dass ich noch nie einen Beitrag geschrieben habe, in dem ich einfach nur meine Meinung zu einem Thema kundtue ... bis heute. Denn dieses Thema brennt mir wirklich auf dem Herzen und auf der Seele.

Selfpublisher - Nein danke

Momentan geht es in der Bloggerszene hoch her und einige erklären öffentlich und in einem ausschweifenden Artikel, dass sie keine Bücher von Selfpublishern (mehr) lesen und warum.
Diese Art von Blogposts scheint sich in letzter Zeit echt zu häufen, denn gestern habe ich eine Nachricht von einer sehr netten Autorin bekommen, die mich fragte, ob es wirklich so schlimm wäre und ob sie als Selfpublisherin in Zukunft darauf verzichten sollte, Anfragen an Blogs zu verschicken.

Meine klare Antwort: Bitte nicht!!

   

Meine Erfahrungen

Seit es diesen Blog gibt (und das sind immerhin jetzt schon mehr als 4 Jahre), erhalte ich Anfragen von Selfpublishern via E-mail, über Facebook oder Twitter. Einige davon habe ich angenommen, andere abgelehnt, copy&paste Nachrichten einfach gelöscht.

Ganz ehrlich, hätte ich diese Anfragen nicht, mir würde etwas fehlen. Denn genau durch solche E-mails habe ich schon grandiose Bücher entdeckt, bin auf tolle Autoren aufmerksam geworden und habe sehr nette Kontakte geknüpft, die ich auf den Buchmessen gerne treffe. Einige großartige Aktionen hier sind nur durch Selfpublisher entstanden und all das wäre mir entgangen, würden diese Autoren keine Blogger mehr anschreiben!

Ich verstehe wirklich nicht, warum sich so viele gegen Selfpublisher ausprechen und ich muss sagen, das bricht mir irgendwie das Herz!
Für mich ist es nicht wichtig, ob das Buch über einen Verlag erschienen oder selbst herausgebracht wurde. Für mich zählt nur die Geschichte!

Das Argument, dass viele Selfpublisher-Bücher vor Rechtschreibfehlern nur so strotzen würden und viele kein professionelles Lektorat durchlaufen hätten, kann ich nicht bestätigen!! Im Gegenteil, bisher ist es mir nur ein einziges Mal passiert, dass ich ein solches Buch in den Händen hatte und dabei lese ich viel, sehr viele Selfpublisher-Bücher. Ich kann also nicht verstehen, woher dieses Gerücht kommt und wieso es sich so hartnäckig hält!

Doch zurück zu den Anfragen: Natürlich freut man sich immer, wenn sich die E-mailschreiber vorher auf dem Blog umsehen. Hier bei mir gibt es z.B. eine extra Seite "Für Autoren", auf der sie genau nachlesen können, was ich bei einer solchen Anfrage erwarte. Ich will es gar nicht schönreden, auch ich erhalte E-mails, in denen diese Regeln missachtet werden, von Leuten die nur kurz auf meinem Blog waren, um meine E-mailadresse rauszufinden, doch dann steht es mir frei, diese jederzeit unkommentiert einfach zu löschen. Wieso sich aufregen und Energien verschwenden, wenn es heutzutage doch so einfach ist, jemanden zu ignorieren?! 
Und ich muss sagen, diese E-mails sind bei meinen Anfragen echt in der Minderheit. Meistens oder sollte ich sagen fast immer bekomme ich Nachrichten mit persönlicher Anrede, in denen sich die Autoren selbst und ihre Bücher vorstellen. Die nett und höflich sind und bei denen es mir oft auch schwerfällt eine Absage zu erteilen (weil es mir häufig aus Zeitgründen einfach nicht möglich ist, alle Angebote anzunehmen).

Meine Absagen, meine Kritik, meine Rezensionen (auch negative), alles wurde bis jetzt durchweg positiv aufgenommen. Ich hatte ausschließlich sehr nette Kontakte zu Selfpublishern und bin überglücklich und stolz darauf, dass deren Bücher momentan 1/3 meines gesamten Bücherzimmers einnehmen.  

 

Selfpublishern eine Chance geben

Genau wie Denise in ihrem Artikel "Eine Lanze für Selfpublisher - oder auch wer lesen kann ist klar im Vorteil" möchte ich deshalb heut ebenfalls eine Lanze für Selfpublisher brechen. Denn wie Denise so schön sagt: "Ein Verlag ist kein Qualitätssiegel". Qualität gibt es überall und nur weil es durch das Selfpublishing einfacher geworden ist, ein Buch herauszubringen, heißt das noch lange nicht, dass diese Bücher nichts wert oder nicht mit viel Herzblut, Schweiß und Arbeit erschaffen worden sind.   

Meine Bitte an alle Leser: Schert nicht alle Selfpublisher über einen Kamm und geb ihnen eine Chance. Es lohnt sich wirklich, denn dadurch kann man so manchen "verborgenen Schatz" entdecken.

Meine Bitte an die Autoren: Hört nicht auf, Blogger anzuschreiben (schaut Euch vielleicht nur genauer auf den Blogs um, die Ihr anschreiben wollt), denn eigentlich geht es doch nur um eines: 

Die gemeinsame Liebe zum geschriebenen Wort


 

Dienstag, 24. Mai 2016

[Rezension] Forbidden Touch

Kommentare:
Cover 




 Titel: Forbidden Touch
 Autor/in: Kerstin Ruhkieck 
 Verlag: Carlsen / impress
 Seitenzahl: 406
 Preis: 3,99 € (D)
 Cover / Bildrechte: Carlsen Verlag





 
In AurAEupa gelten strenge Regeln. Die Menschen werden in drei Ligen eingeteilt und dürfen sich nur innerhalb dieser bewegen und verlieben. Mit Hilfe eines Chips wird jede Berührung aufgezeichnet, denn alles, was über sieben Sekunden hinausgeht, wird als „romantische Natur“ bezeichnet und genau beobachtet. Ein verbotener Kontakt wird unter Todesstrafe gestellt. 

Novalee hat sich immer genau an diese Regeln gehalten. Doch da sie mit 18 Jahren noch nicht verheiratet ist, muss sie in die Siedlung der Unverheirateten ziehen. Dort lernt sie Graey kennen. Graey, der eigentlich gar nicht in Liga 2 passt. Graey, der sie gehörig durcheinander bringt und der ein gefährliches Geheimnis birgt.

Währenddessen erlebt Crish seine Sichtung und muss erkennen, was es bedeutet, in Ligen eingeteilt zu werden. Am eigenen Leib erfährt er die Nachteile des Systems. Denn auch wenn die Allianz das System als perfekt beschreibt und propagiert, so sieht es hinter den Kulissen doch ganz anders aus.
Sobald ich den Klappentext gelesen habe, war für mich klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Berührungen, die länger als sieben Sekunden andauern, gelten schon als unschicklich? Das klang total spannend und ich wollte wissen, was es damit wohl auf sich haben würde.

Jedes Kapitel, das aus Sicht der Protagonistin Novalee Levi erzählt ist, wird mit einem Auszug aus „Das perfekte System“ eingeleitet. So bekommt der Leser einen kurzen Einblick in die Regeln des Systems und wie dieses aufgebaut ist. Diese Auszüge fand ich sehr spannend und interessant. 

Gleich zu Beginn lernt man dann auch Novalee kennen und erlebt, wie sie in die Siedlung der Unverheirateten einzieht. Ihre Treue zum System ist teilweise wirklich erschreckend. Sie hat schon einiges erlebt, fängt aber trotzdem nicht an, die Regeln zu hinterfragen. Doch trotz dieser Naivität fand ich sie sehr sympathisch. Novalee geht ihren Weg und versucht einfach das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sehr gut fand ich, dass sie nicht, sobald sie auf Graey trifft, alle ihre Überzeugungen über Bord wirft, sondern erst einmal an dem Bekannten festhält. Ihre Gefühle entwickeln sich langsam und widersprechen allem, was ihr so lange eingetrichtert wurde, so dass sie sich vorerst dagegen wehrt. Das fand ich total glaubwürdig und war für mich richtig stimmig. 

Etwas überrascht war ich, dass die Geschichte noch aus einer zweiten Perspektive erzählt wurde: Aus der Sicht von Novalees Cousin Crish. Er ist ein bisschen jünger als Novalee und erlebt gerade seine Sichtung. Das wurde im Klappentext gar nicht erwähnt, fand ich aber richtig klasse, da man durch Crish einen besseren Einblick in das System erhält. Seine Geschichte bekommt außerdem eine sehr spannende Entwicklung, die ich etwas ungewöhnlich, aber wirklich toll fand. 

Die Autorin Kerstin Ruhkieck macht es ihren Protagonisten echt nicht leicht. Beide müssen die Schattenseiten des Systems am eigenen Leib erleben, doch dadurch erfahren sie eine wirklich glaubhafte Entwicklung, die mir besonders gut gefallen hat. Ich habe die Protagonisten auf jeder Seite gerne begleitet und versucht durch ihre Augen das System wahrzunehmen. Kerstin Ruhkieck ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, ihren Figuren Leben einzuhauchen, sie authentisch darzustellen und auf gewisse Weise mit dem Leser zu verbinden. 

„Forbidden Touch“ besticht in meinen Augen auch eher durch die leisen, ruhigen Töne. Es gibt nicht die große Action, die Spannung kommt eher daher, dass das Damoklesschwert ständig über den Protagonisten schwebt und dem Leser so ganz langsam die Gänsehaut den Rücken nach oben kriecht. Die Autorin legt in diesem ersten Teil die Grundsteine für eine gut durchdachte Dystopie, die den Leser mitreißt, ihn fasziniert und durch den Weltenentwurf doch auch schockiert. Dabei kommt eine Botschaft ganz klar heraus: Schönheit liegt im Auge des Betrachters und jeder Mensch ist auf seine Weise schön.

Am Ende eröffnet die Autorin dann sogar noch einmal ganz neue Fragen, die den Leser sehr neugierig auf die Fortsetzung machen und zeigen, dass das Potenzial von „Forbidden Touch“ noch lange nicht erschöpft ist.
Kerstin Ruhkieck hat mich mit ihrer Dystopie „Forbidden Touch“ total begeistert. Obwohl es in diesem ersten Teil nicht um die große Action ging, war es doch durchweg spannend, was sicher auch daran lag, dass die Protagonisten so authentisch dargestellt waren, dass man sich als Leser sofort mit ihnen verbunden gefühlt hat. 

Doch das, was dieses Buch wirklich zu etwas ganz Besonderem macht, ist die hintergründige Botschaft, die es vermittelt: Schönheit liegt im Auge des Betrachters und jeder Mensch ist auf seine Weise schön.

Ein Appell an alle: Lest dieses Buch, ihr werdet es (genau wie ich) lieben.


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.