Donnerstag, 25. Februar 2016

[Rezension] Zauberhaftes Aschenputtel

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Cover 



 Titel: Zauberhaftes Aschenputtel
 Autor/in: J. Vellguth
 Seitenzahl: 200
 Preis: 9,99 € (D)
 Preis eBook: 2,99 € (D)
  Cover / Bildrechte: J. Vellguth




Annabelle träumte schon als Kind davon, den Prinzen zu heiraten. Doch bevor sie dieses Ziel erreichen kann, stirbt ihre Mutter und ihr Vater heiratet eine neue Frau, die in Anna nur eine Konkurrentin für ihre eigenen Töchter sieht. Demzufolge behandelt sie das junge Mädchen wie eine Dienstmagd und tut alles, um ihr das Leben schwer zu machen.
Um etwas Zeit für sich zu haben und der Grausamkeit ihrer Familie zu entkommen, flüchtet Annabelle in den Wald. Dort zwischen Tieren, Pflanzen und Feen fühlt sie sich wohl und geborgen. Und dort trifft sie eines Tages auf den Jäger Leo, der ihr zuhört und ihr das Gefühl gibt, nicht ganz alleine auf der Welt zu sein.

Doch eigentlich sollte Anna sich doch auf den Prinzen konzentrieren und sich nicht mit einem Jäger im Wald herumtreiben. Soll das junge Mädchen weiterhin ihrem Traum hinterher jagen oder ist es vielleicht besser, sich der Realität zu stellen?


Sofort als ich Cover und Klappentext sah, war mir klar, dass ich dieses Buch haben muss. Ich liebe Märchen und Aschenputtel ist eines meiner liebsten. Deshalb habe ich mich sofort in das Abenteuer gestürzt und befand mich mit Annabelle im Anwesen ihrer Eltern. Ich war sofort gefangen im Märchen, da vor allem auch der Schreibstil einfach zauberhaft ist und perfekt zu einem Märchen passt.

Hier bekommt man wirklich, was der Titel verspricht: Das Märchen Aschenputtel. Man findet viele bekannte Elemente: Die Mutter stirbt und der Vater heiratet eine andere Frau, die zwei Töchter mitbringt und Annabelle hasst. Diese muss fortan als Dienstmagd arbeiten, bekommt aber Hilfe von einer guten Fee, um schließlich auf dem Ball im Schloss auf den Prinzen zu treffen. Wenn man das so liest, denkt man, das Buch wäre nur eine „Aufwärmung“ des Märchens Aschenputtel, aber der Autorin J. Vellguth gelingt es wirklich sehr gut, neue Elemente in das altbekannte Märchen einzuflechten. 

Da ist z.B. Annabelles Vater, der so ganz anders ist, als der Vater von Aschenputtel und die wichtigste Person: Der Jäger, der immer ein offenes Ohr für Annas Sorgen hat. Auch eine der Stiefschwestern ereilt am Ende ein sehr überraschendes Ende und die gute Fee hat es auch ganz schön in sich. Ich fand es jedenfalls toll, herauszufiltern, was denn klassisch ist und was neu. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin sehr gut, hier die Waagschale zu halten. So ist der Rahmen altbekannt, so dass man sich wohl- und geborgen fühlt, weil man im Grunde weiß, was auf einen zukommt, man bekommt aber auch genug Raum, Neues zu entdecken und in das Märchen mitaufzunehmen. 

Am besten aber gefiel mir die Botschaft, die dieses Buch vermittelt: Während im klassischen Märchen die Hilfe stets von anderen kommt und vor allem die Magie dazu beiträgt, dass es ein Happy End gibt, wird hier ganz deutlich klar: Jeder ist selber verantwortlich für seine Taten und damit für sein Schicksal. Man sollte nicht immer darauf vertrauen, dass am Ende alles von selber gut wird, sondern man muss für seine Träume kämpfen und immer hart an sich arbeiten. Jeder ist eben selbst seines Glückes Schmied. 

Auch am Ende hält J. Vellguth noch eine Überraschung für uns Leser bereit, denn Annabelles Schicksal ist nicht vorbestimmt, sie hat immer noch die Wahl und muss selber entscheiden, wohin ihr Weg gehen soll. Das fand ich großartig und erfrischend und hat mich zum Schluss noch einmal richtig begeistert.

Wer das Märchen „Aschenputtel“ liebt, aber auch offen für neue Elemente ist, sollte sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen. 

Mit dem märchenhaften Schreibstil, den bekannten und doch irgendwie neuen Figuren und der einzigartigen Botschaft, die dieses Buch vermittelt, hat es die Autorin J. Vellguth geschafft, mich rundum zu begeistern.

Ein wahrlich zauberhaftes Buch.


Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Samstag, 20. Februar 2016

[Rezension] Spellcaster - Düstere Träume

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 Titel: Spellcaster - Düstere Träume
 Autor/in: Claudia Gray
 Übersetzer/in: Ira Panic
 Verlag: Haper Collins
 Seitenzahl: 320
 Preis: 14,99 € (D)
 Preis eBook: 12,99 € (D)
 
Cover / Bildrechte: Harper Collins




Mateo ist wie vom Donner gerührt, als er bei einem Autounfall Nadia aus einem kaputten Wagen hilft. Nadia, die er in seinen Träumen sieht. Spätestens jetzt weiß Mateo, dass seine Träume, echte Visionen sind. Er sieht die Zukunft voraus. Doch das ist ein Fluch, der auf seiner Familie lastet. Jahrelang hat dieser Fluch die Mitglieder der Cabots verrückt gemacht und schließlich in den Tod getrieben.

Doch wie kann er diesen Fluch brechen? Hat Nadia, das Mädchen seiner Träume, vielleicht etwas damit zu tun? Wieso fühlt er sich so zu ihr hingezogen, obwohl er sich eigentlich vorgenommen hat, sich von ihr fernzuhalten? Doch als Mateo endlich die Antworten auf seine Fragen kennt, ist es fast schon zu spät. Zu spät für ihn, für Nadia und ganz Captive’s Sound … .
Als ich mit dem Buch begann, war ich mehr als überrascht, dass es mit Nadia losging. Aufgrund des Klappentextes hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass sich die Geschichte um Mateo drehen würde. Umso überraschter war ich noch dazu, dass Nadia eine Hexe ist. Spätestens jetzt hatte mich das Buch völlig gepackt, denn ich liebe Bücher über Hexen.

Allerdings ist die Art von Magie, die Nadia wirkt, ganz anders, als die Magie, die ich aus anderen Hexen-Büchern kenne. Ich brauchte erst ein paar Kapitel, um mich an diese Form der Hexerei zu gewöhnen, sie einordnen zu können.

Überrascht war ich auch über den Schreibstil. Die Geschichte wird nämlich aus Sicht verschiedener Charaktere erzählt, jedoch gibt es einen Wechsel aus der Erzählperspektive in der 3. Person und Gefühle und Gedanken der einzelnen Protagonisten in der Ich-Form, die jedoch immer durch Kursiv-Schrift gekennzeichnet sind. Das fand ich persönlich toll, denn meist hab ich ein Problem mit der Erzählperspektive in der 3. Person, weil mir die Protagonisten dadurch meist etwas fremd bleiben. Das war durch die einzigartige Idee von Claudia Gray hier jedoch überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil, man bekommt sogar nicht nur die Perspektive von Mateo und Nadia hautnah mit, sondern auch die ihrer Gegenspieler und Verbündeten. Hach, es machte mir total Spaß, in die Gedankenwelt der verschiedenen Charaktere einzutauchen und so einen tollen Rundumblick über die Geschehnisse zu bekommen.

Doch ich muss auch gestehen, dass sich der Lesesog bei mir zu Beginn noch nicht richtig eingestellt hat. Es dauerte für mich doch etwas sehr lange, bis die Geschehnisse ins Rollen kommen und die Geschichte an Fahrt aufnimmt. Ehrlich gesagt, war ich erst richtig begeistert, als man erfährt, wer eigentlich der Böse in der Geschichte ist und wie tief die Geschehnisse wirklich gehen. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Vom Inhalt her, bekommt man bei „Spellcaster – Düstere Träume“ nämlich so viel mehr, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Geschichte geht viel tiefer, alles, was passiert hat einen bestimmten Hintergrund und auch, wenn man diesen nicht immer sofort erkennt, passt am Ende doch alles super zusammen und es zieht sich ein roter Faden durch die Geschichte, die es dem Leser ermöglicht immer am Ball zu bleiben. Ich fand es großartig, gemeinsam mit Nadia und ihren Freunden immer wieder neue Geheimnisse aufzudecken und doch nie alle Informationen auf einmal zu bekommen, so dass man immer noch total gespannt und neugierig ist, was noch alles kommt. So wurde die Geschichte nicht einen Moment langweilig.

Am Ende hält die Autorin auch noch einen sehr spannenden Showdown bereit, doch auch hier ist nicht alles, so wie es scheint und Claudia Gray lässt uns mit vielen Fragen zurück, die auf Antworten brennen. Ich freue mich wahnsinnig auf die Fortsetzung.

Anfangs brauchte ich etwa, um in die Geschichte hineinzufinden, aber dieses Buch bietet so viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Die Magie ist etwas ganz Neues, es passiert nichts aus Zufall und doch erkennt man nicht sofort, was wirklich dahintersteckt. Es machte mir sehr viel Spaß, all die Geheimnisse rund um „Spellcaster – Düstere Träume“ zu entdecken und trotzdem noch genug offene Fragen und Spannung für den Folgeband zu haben, den ich unbedingt sofort lesen muss.


Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.


Samstag, 13. Februar 2016

[Rezension] Sinabell

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Cover 



 Titel: Sinabell
 Autor/in: Jennifer Alice Jager
 Verlag: Carlsen / Impress
 Seitenzahl: 230
 Preis: 3,99 € (D)
  Cover / Bildrechte: Carlsen Verlag




Sinabell liebt die Welten ihrer Bücher, bringen sie sie doch ihrer Mutter näher, die vor Jahren gestorben ist. Jetzt will ihr Vater sie und ihre Schwestern verheiraten, aber Sinabell will gar nicht heiraten, zumindest nicht, bis sie Prinz Farin begegnet, der ihr Herz plötzlich ganz arg zum Pochen bringt.

Doch Farin ist kein geeigneter Heiratskandidat, denn er ist der Prinz eines verfeindeten Königreiches und wird deshalb von Sinabells Vater in den Kerker geworfen. Die Prinzessin kann ihn nur vor dem Tod retten, wenn sie ihm hilft drei Aufgaben zu erfüllen.

Das gelingt aber nur, wenn Sinabell an Magie glaubt. Magie, die sie sonst nur aus ihren Büchern kennt. Und ganz plötzlich steckt die Prinzessin in ihrem eigenen Märchen voller magischer Wesen fest … .
Auf den ersten Blick habe ich mich total in das Cover verliebt und da ich Jennifer Jagers andere Bücher kenne und Märchenadaptionen toll finde, war für mich von Anfang an klar, dass ich dieses Buch lesen muss.

Gleich zu Beginn war ich auch total begeistert von der märchenhaften Welt. Der Autorin Jennifer Jager gelingt es wieder einmal, mich mit ihrem fantastischen und märchenhaften Schreibstil gefangen zu nehmen. Dieser ist wirklich perfekt für eine Märchenadaption, denn er erzeugt tolle Bilder im Kopf und lässt die Welt von Sinabell lebendig werden. Ich fand mich im Schloss wieder und streifte mit der Prinzessin durch die Gänge. Ich liebe diese fantastische und märchenhafte Atmosphäre, die Jennifer Jäger in „Sinabell“ herbeizaubert.

Auch die Idee mit den verfeindeten Königreichen und den drei Aufgaben fand ich richtig toll. Das ist so typisch Märchen und ich liebe Märchen.

Leider muss ich gestehen, dass ich mit den Figuren so meine lieben Probleme hatte. Irgendwie schienen sie plötzlich alle aus heiterem Himmel ihren Charakter zu ändern und es gab nur noch gut oder böse, wobei ich das Gefühl hatte, dass auf einmal alle gegen Sinabell wären und das ohne ersichtlichen Grund. Überhaupt waren mir die Figuren zu oberflächlich. Sinabell und Farin tanzen nur einmal kurz miteinander und entbrennen plötzlich in Liebe zueinander, obwohl sie nichts voneinander wissen, kaum miteinander gesprochen haben. Auch Sinabells Vater und ihre Schwestern blieben für mich sehr farblos und konnten mich deshalb nicht wirklich überzeugen. Ich hätte gerne noch mehr über sie erfahren, in ihr Innerstes gesehen, um sie dann besser einordnen zu können. Die Handlungen der Charaktere waren insgesamt für mich nur selten nachvollziehbar, ihre Gefühle unverständlich und so konnte ich auch nicht mit den Protagonisten mitfühlen.

Die magischen Wesen gefielen mir im Grunde ganz gut. Da gibt es Einhörner, Drachen und Feen … das allein hatte für mich sehr viel Potenzial. Leider konnte ich jedoch auch deren Charakter nicht so recht einordnen, sie handelten teilweise total gegen das Bild, das ich mir von Sinabells Welt gemacht hatte und so tat ich mich sehr schwer, alles passend zuzuordnen.

Auch die drei Prüfungen bzw. deren Umsetzung hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Zwar gefiel mir die Rolle von Farin, aber die Hilfe von Sinabell hat irgendwie gar nicht in mein Konzept gepasst und führte in meinen Augen lediglich dazu, dass Farin selbst gar nichts mehr machen musste und somit auch nicht mein strahlender Held wurde.

Doch was nach den Prüfungen kam hat mich leider noch verwirrter zurückgelassen. Die Handlung war für mich plötzlich total chaotisch. Ich wusste nicht, woher die Geschehnisse kamen und muss gestehen, dass ich irgendwann auch den Faden verloren habe. Für mich passten die Charaktere nicht zu ihren Handlungen und die Handlungen nicht in das Gesamtkonzept, das ich von diesem Märchen erwartet hatte. Auch das Ende ließ mich wenig befriedigt zurück.

Durch das wunderschöne Cover und den tollen Klappentext habe ich mich sofort in dieses Buch verliebt. Jennifer Jager schafft es mit ihrem märchenhaften Schreibstil immer wieder die Bilder zu ihren Büchern in meinem Kopf lebendig werden zu lassen und mich auf eine zauberhafte Reise zu entführen.

Leider blieben mir die Charaktere zu oberflächlich, ihre Handlungen und Gefühle waren für mich kaum nachvollziehbar und irgendwann habe ich den Faden zur Geschichte verloren. Für mich hätte das Buch ruhig mehr Seiten und damit mehr Tiefgang haben können. 

Vielleicht lag es an meinen zu hohen Erwartungen, aber mich konnte das Buch leider nicht überzeugen.


 Von mir bekommt das Buch 3 Punkte von 5.