Montag, 25. Januar 2016

[Rezension] Witch Hunter

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 Titel: Witch Hunter
 Autor/in: Virginia Boecker
 Übersetzer/in: Alexandra Ernst
 Verlag: dtv
 Seitenzahl: 400
 Preis: 17,95 € (D)
  Cover / Bildrechte: dtv Verlag




Elizabeth hat als kleines Kind ihre Eltern verloren und kam daraufhin gemeinsam mit ihrem Freund Caleb nach Anglia, wo sie schließlich zu Hexenjägern ausgebildet werden. In Anglia ist jede Art von Magie streng verboten, deshalb jagen die beiden Seite an Seite Hexen und Magier und bringen sie auf den Scheiterhaufen.

Als Elizabeth jedoch selbst mit verbotenen Kräutern erwischt wird und daraufhin im Gefängnis landet, ist es ausgerechnet der meistgesuchte Magier Nicholas Perevil, der sie vor dem sicheren Tod rettet.

Das überrascht die junge Frau sehr, doch was ihr der Magier anschließend erzählt bringt ihr bisheriges Leben komplett zum Einsturz und all das, was sie bis dahin geglaubt hat, stellt sich als große Lüge heraus.

Doch wem kann Elizabeth wirklich vertrauen? Wer ist Freund und wer Feind und auf welcher Seite steht sie selbst?

Ich liebe Bücher über Hexen und allein wegen dem Cover und dem Klappentext musste ich dieses Buch haben.

Sofort als ich anfing zu lesen, war ich in der Welt der Hexen und Hexenjäger gefangen. Die Geschichte wird aus Elizabeth‘ Sicht in Ich-Form erzählt, was ich in Bücher immer sehr gerne mag, da man dann näher an der Protagonistin dran ist, die Geschichte durch ihre Augen erleben kann.
Elizabeth gefiel mir auch gleich zu Beginn richtig gut. Sie ist eine taffe Protagonistin, die aber auch Fehler macht und ihre Schwächen hat. Sie hat eine tragische Kindheit erlebt und ihr Freund Caleb ist die einzige Familie, die sie hat. Leider weiß dieser sie nicht so sehr zu schätzen, wie sie ihn. Auch sonst meint es das Leben nicht wirklich gut mit ihr und doch versucht sie sich tapfer durchzuschlagen. Sie nimmt nicht alles, was man ihr erzählt gleich für bare Münze, ist also nicht so naiv wie manch andere Protagonistin, legt aber viel Wert auf Loyalität, die ihr manchmal dann leider im Weg steht. Elizabeth hat auf jeden Fall sofort mein Herz erobert und ich fand es super, gemeinsam mit ihr in die Geschichte eintauchen zu können.

Doch auch die anderen Protagonisten sind mit viel Liebe entwickelt. Es gibt so viele einzigartige Charaktere zu entdecken und kennenzulernen und jeder einzelne davon entwickelt sich in der Geschichte weiter, so dass man am Ende doch nie wirklich sagen, was hinter jedem von ihnen wirklich steckt. So mancher Darsteller hielt nämlich die ein oder andere Überraschung für mich parat.

Der Weltentwurf von Virginia Boecker gefiel mir ebenfalls sehr gut. Natürlich fühlt man sich bei Hexenverfolgung sofort ins Mittelalter versetzt und auch wenn es eine fiktive Welt ist, hat sie doch etwas Bekanntes und kann so vom Leser gut eingeordnet werden. Ich fühlte mich „wohl und sicher“ und konnte mich so ganz auf die Geschehnisse konzentrieren.

Dabei setzt die Autorin das ein oder andere Mal auf unvorhersehbare Wendungen, zeigt neue Erkenntnisse auf und bringt Elizabeth und damit auch den Leser immer wieder dazu, ihre Handlungen, ihr Wissen und ihre Überzeugungen zu überdenken, was sich äußerst positiv auf ihre Entwicklung auswirkt. Ich fand es richtig klasse, dass es Virginia Boecker immer wieder gelang, mich zu überraschen und neue Spannung in das Verwirrspiel um Hexen und Hexenjäger zu bringen. Wer ist gut, wer ist böse? Wer ist ein Spion, wer spielt ein falsches Spiel? Wer verfolgt die falschen Ziele und wer stellt sich am Ende als wahrer Verbündeter heraus? Es war wirklich toll, sich seine Gedanken dazu zu machen und dann doch erst gemeinsam mit Elizabeth dem Ganzen auf die Spur zu kommen.

Der Schreibstil ist dabei locker und leicht zu lesen und die Seiten verflogen nur so, so dass ich gar nicht dazu kam, Luft zu holen, bevor ich nicht am Ende des Buches angelangt war.

Etwas erstaunt und auch begeistert war ich, dass dieser erste Band nicht mit einem fiesen Cliffhanger endete. Der Leser bekommt am Schluss wirklich die Möglichkeit tief durchzuatmen und sich erst einmal zu entspannen. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht jede Menge Spannung und Potenzial für die Fortsetzung vorhanden wäre. Im Gegenteil, ich freu mich schon jetzt riesig darauf weiterlesen zu können.

Dieses Buch überzeugt nicht nur durch sein wunderschönes Cover, sondern vor allem auch durch den Inhalt selbst. Das Setting ist zwar fiktiv, aber doch irgendwie bekannt, so dass man sich voll und ganz auf die spannenden Geschehnisse konzentrieren kann. Hier hält die Autorin einige Überraschungen bereit und führt den Leser auf eine atemberaubende Suche nach Antworten, die dieser mit Hilfe der äußerst sympathischen Protagonistin und mit viel Lesevergnügen meistert. 

Ein wirklich rundum gelungenes Buch, in das ich mich etwas verliebt habe.
 
Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Samstag, 23. Januar 2016

[Rezension] Im Spiegel ferner Tage

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 Titel: Im Spiegel ferner Tage
 Autor/in: Kate Riordan
 Verlag: Heyne
 Seitenzahl: 544
 Preis: 9,99 € (D)
  Cover / Bildrechte: Randomhouse / Heyne





Alice hat den Fehler gemacht und sich auf einen verheirateten Mann eingelassen, von dem sie dann auch noch schwanger geworden ist. 1932 ein echter Skandal. Deswegen schickt ihre Mutter sie nach Gloucesterhire, wo sie heimlich ihr Baby zur Welt bringen soll.

Im abgeschiedenen Herrenhaus in Firecombe hat Alice genug Zeit, sich über ihre Gefühle klar zu werden. Doch dann stößt sie auf die Geschichte der Gutsherrin Elizabeth und wird immer weiter in die Vergangenheit hineingezogen. 

Was ist mit Elizabeth und ihrer Tochter Isabell passiert und was, wenn sich das Schicksal der jungen Frau in Alice wiederholt? 

Plötzlich scheinen sich Gegenwart und Vergangenheit zu vermischen und für Alice eine ganz neue Zukunft bereitzuhalten … .
Das Buch erinnerte mich vom Klappentext her total an die Bücher von Lucinda Riley und da mir diese immer sehr gut gefallen, musste ich „Im Spiegel ferner Tage“ unbedingt lesen.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog von Alice, der eigentlich mehr Fragen aufwirft, als beantwortet, aber trotzdem sehr neugierig auf die Geschichte macht.

Danach springt das Buch vier Jahre in die Vergangenheit und man erfährt von Alice‘ Schwangerschaft und sie erzählt dem Leser, wie sie sich verliebt und trotz besseren Wissens auf einen verheirateten Mann eingelassen hat. Man erlebt ihren Liebeskummer mit und die Verzweiflung um ihre Schwangerschaft. Auch über ihre eigene Familiengeschichte wird man etwas informiert, merkt aber sofort, dass da noch mehr dahintersteckt. 

Leider muss ich sagen, dass mir Alice trotz einiger Informationen immer etwas fremd und unnahbar blieb. Mir fehlte irgendwie die Tiefe bei dieser Protagonistin, was sie denkt, was sie fühlt. Das blieb mir alles etwas zu oberflächlich muss ich sagen, so dass ich nie wirklich warm wurde mit Alice.

Als man schließlich gemeinsam mit Alice in Firecombe landet spürt man sofort diese geheimnisvolle Atmosphäre und ich freute mich sehr, als die Geschichte schließlich auch aus Elizabeths Sicht erzählt wurde. Leider erfährt man immer nur so viel, dass man weiter angeheizt wird, weil man weiß, dass etwas passieren wird, aber nicht was. Ich wollte unbedingt wissen, was in der Vergangenheit passiert ist, wollte den Skandal und den Verrat aufdecken und ich war sehr faszinierend von Elizabeth, fast sogar mehr als von Alice.

Es machte mir auch großen Spaß, gemeinsam mit Alice Detektiv zu spielen und den Geheimnissen von Elizabeth auf die Spur zu kommen, wobei mir die Informationen etwas zu spärlich waren und ich wirklich bis ganz zum Ende warten musste, bis das Geheimnis endgültig gelüftet wurde, wobei ich dann auch nicht so schockiert davon war, wie ich eigentlich erwartet hätte. Insgesamt muss ich sagen, war mir der angekündigte Skandal etwas zu unspektakulär. 

Etwas schwer tat ich mich auch damit, dass man sich bei beiden Erzählsträngen in der Vergangenheit befindet. So musste ich mich immer mit der Rolle der Frau in beiden Zeiten auseinandersetzen, was mir teilweise etwas schwer fiel. Außerdem fand ich es sehr verwirrend, dass Elizabeth Geschichte nicht so weit in der Vergangenheit liegt, sondern sie eigentlich die Tante des jetzigen Besitzers des Herrenhauses ist. Für mich hat einfach der Abstand zwischen beiden Geschichten gefehlt, was mir das Lesen etwas erschwert hat.

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr gut. Alice erzählt ihre Geschichte teilweise direkt an den Leser gewandt, was mich dann doch etwas mit der Protagonistin verband, so als würde sie mir ihre Geschichte persönlich erzählen. Auch die Perspektivwechsel waren gut gewählt und brachten zusätzlich Spannung in die Geschichte.
Die Geschichte rund um Alice und Elizabeth war sehr interessant und der Schreibstil erzeugte eine tolle Verbindung zwischen Protagonistin und Leser. Leider blieben mir die Charaktere etwas zu oberflächlich und dass beide Erzählstränge in der Vergangenheit spielen erschwerte mir das Eintauchen in die Geschichte. Obwohl mir die Suche nach dem großen Skandal viel Spaß gemacht hat und ich es kaum erwarten konnte, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, war es mir am Ende leider etwas zu unspektakulär. 

Insgesamt hat mir das Buch ein paar spannende Lesestunden beschert, konnte mich aber leider nicht ganz überzeugen.


 Von mir bekommt das Buch 3 Punkte von 5.

Sonntag, 17. Januar 2016

[Rezension] Die 5. Welle

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 Titel: Die 5. Welle
 Autor/in: Rick Yancey
 Verlag: Goldmann
 Seitenzahl: 496
 Preis: 16,99 € (D)
  Cover / Bildrechte: Randomhouse / Goldmann






Zuerst dachten die Menschen noch, die Anderen kämen in Frieden, doch nach der vierten Welle sind kaum noch Menschen übrig, die sich Gedanken über die tatsächlichen Absichten der Anderen machen könnten.
Auch Cassie musste am eigenen Leib erleben, dass die Wellen nur Tod und Zerstörung bringen und die übriggebliebenen Menschen gegeneinander aufhetzen. Deshalb lebt sie auch nach dem Grundsatz „Traue niemandem“. Doch sie will ihren kleinen Bruder Sammy finden, den die Anderen mitgenommen haben und dafür braucht sie Hilfe.
Deshalb wirft sie all ihre Prinzipien über Bord, denn für sie zählt nur eines: Sie will Sammy finden. Doch  wird das überhaupt noch wichtig sein, wenn erst die fünfte Welle über sie alle hinweggerollt ist?

Da ja demnächst der Film im Kino läuft, wollte ich unbedingt vorher noch das Buch lesen.

Etwas überrascht war ich über den Einstieg, denn wir finden uns nach der vierten Welle mit Cassie allein im Wald wieder. Eigentlich hatte ich ja damit gerechnet, dass zuerst die Anderen auftauchen würden und man die Wellen hautnah miterlebt. Stattdessen erfährt man davon nur durch Cassies Erinnerungen. Sie berichtet dem Leser davon, als würde sie zu ihm sprechen, was ich echt super fand. So wurde man direkt ins Geschehen hineingezogen und wurde sofort von den Ereignissen mitgerissen. Ich war vom ersten Moment an in der Geschichte gefangen und habe mit Cassie gelitten, die so viel erleiden musste.

Cassie selber gefiel mir wirklich sehr gut. Sie musste sehr viel mitmachen und wirkt auf den ersten Blick trotzdem total taff und mutig. Blickt man aber hinter die Fassade, ist sie doch auch nur ein verängstigtes kleines Mädchen, das nur für ihre Familie stark ist und sich aber sonst auch nur nach jemandem sehnt, der ihr sagt, was sie tun soll und für sie da ist. Die Protagonistin war also weder die perfekte Superheldin, noch das unscheinbare hässliche Entlein, das sich zum Schwan verwandelt. Endlich einmal eine Hauptdarstellerin, die sich von den übrigen etwas abhebt.

Während ich mich also mit Cassie auf den Weg durch die „kaputte Welt“ machte, erfuhr ich immer mehr von den Anderen, aber eben nur aus Cassies Sicht. Umso überraschter war ich, als plötzlich völlig unvorbereitet die Erzählperspektive zu einem jungen Mann wechselte. Anfangs verstand ich gar nicht, worauf der Autor hinauswollte, doch als man den Namen des Darstellers erfuhr war ich total begeistert. Es versprach noch einmal richtig spannend zu werden und der Junge brachte zudem noch eine ganz andere Sichtweise in die Geschichte. Ich fand es toll und konnte mich kaum entscheiden, welche Perspektive ich lieber lese. 

Doch wenn man jetzt denkt, dass man danach wieder in Cassies Gedanken eintauchen kann,  liegt man falsch, denn Rick Yancey hält noch eine Überraschung für seine Leser bereit, indem er noch eine dritte Sichtweise mit einbaut, über die ich sogar noch begeisterter war. So erlebte ich die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven und konnte mir ein super Gesamtbild von den Geschehnissen machen und war richtig gefangen.

Insgesamt war das Buch wirklich auf jeder einzelnen Seite spannend. Dem Autor gelingt es trotz verschiedener Perspektiven den Leser über viele Dinge im Dunkeln zu lassen, um ihn dann gemeinsam mit den Protagonisten zu überraschen und wieder alles in Frage zu stellen, was man glaubt, inzwischen über die Anderen zu wissen. Ich fand es richtig genial, wie mich Rick Yancey manchmal an der Nase herumführte und Zweifel in mir streute, bis ich am Ende doch feststellen musste, dass es so war, wie ich zu Anfang dachte, aber es ist, wie Cassie sagt: „Traue niemandem!“ :)

Zum Ende des Buches schickt Rick Yancey seine Leser noch einmal in einen grandiosen und Gänsehaut verursachenden Showdown, der zum Glück nicht mit einem fiesen Cliffhanger endet, so dass sich der Leser am Schluss doch etwas von diesen spannungsgeladenen 480 Seiten erholen kann. Aber eigentlich muss ich sagen: Ich möchte einfach nur sofort weiterlesen.
Dieses Buch ist wirklich grandios. Es beginnt ganz anders, als ich erwartet hatte und der Autor Rick Yancey hält wirklich einige Überraschungen für seine Leser bereit. Obwohl die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und man sich somit immer wieder ein neues Bild von den Ereignissen machen konnte, konnte man sich nie zu 100 % sicher sein, dass etwas wirklich so ist, wie es scheint, was einen unglaublichen Lesesog bei mir erzeugt hat. Zudem war das Buch auf jeder einzelnen Seite total spannend und hielt mich dermaßen gefangen, dass ich bis in die späten Abendstunden hineingelesen habe, da ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Was für ein Buch! Es hat wirklich die absolute Höchstwertung verdient. 

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.