Sonntag, 30. Juni 2013

[Rezension] Hexenfeuer

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Cover 



 Titel: Hexenfeuer
 Autor/in: Isolde Heyne 
 Verlag: Loewe Verlag
 Seitenzahl: 288
 Preis: 5,95 € (D)
  Cover / Bildrechte: Loewe Verlag


Barbara lebt in einer Zeit, in der es reicht, jemanden als Hexe zu beschuldigen und schon landet man auf dem Scheiterhaufen und wird verbrannt. Auch die junge Frau ist in eine Falle geraten und sitzt seit dem im Kerker und wartet auf ihr Urteil. 

Doch wie konnte es nur so weit kommen? Hat der Hass ihrer Ziehschwester dazu geführt oder brachte sie die heimliche Liebe zu einem jungen Mann in Gefahr? Barbara lässt ihr Leben Revue passieren und während sie so nachdenkt, schwebt sie zwischen der Hoffnung, doch noch gerettet zu werden und der Resignation, dass es längst zu spät ist.

Das Buch beginnt damit, dass Barbara im Kerker sitzt und darauf wartet zum Scheiterhaufen geführt zu werden. Während die letzte Kerze herunterbrennt, erinnert Barbara sich an ihr bisheriges Leben, an alle schönen, aber auch an die schrecklichen Ereignisse. Diese Erinnerungen verlaufen chronologisch von Barbaras Geburt bis hin zu ihrer Verurteilung. So erfährt der Leser nach und nach, wie es dazu kam, dass die junge Frau schließlich als Hexe bezichtigt wurde. Das fand ich toll, denn obwohl man sich früh denken kann, wer Barbara in eine Falle gelockt hat, fragt man sich als Leser doch, wie es genau dazu kam.

Obwohl das Buch in der 3. Person geschrieben ist, fängt man doch sehr schnell an, sich in die Protagonistin hineinzudenken, mit ihr zu hoffen und zu verzweifeln und wünscht sich nichts mehr als ein Happy End für die sehr sympathische Hauptdarstellerin. 

Da dieses Buch für die Zielgruppe ab 13 Jahren geschrieben wurde, werden einige Dinge nur sehr allgemein angesprochen. Z.B. erzählt Barbara jedoch von den Folterungen, die allzu blutigen Details werden jedoch ausgespart, so dass sich der junge Leser zwar vorstellen kann, dass es schrecklich gewesen war, er beim Lesen aber nicht übermäßig belastet wird.
Das Thema „Hexenverfolgung“ wurde in diesem tollen Buch sehr feinfühlig dargestellt, um dem jungen Leser dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit nahezubringen. Dabei setzt die Autorin Isolde Heyne auf große Emotionen und zieht den Leser mit einem flüssigen Schreibstil mitten in das Geschehen der Geschichte, das einen nicht mehr so schnell loslässt.



Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Vielen Dank an den Loewe Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.



Donnerstag, 27. Juni 2013

[Rezension] Gelöscht

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Cover 



 Titel: Gelöscht
 Autor/in: Teri Terry 
 Verlag: Coppenrath
 Seitenzahl: 432
 Preis: 17,95 € (D)
  Cover / Bildrechte: Coppenrath Verlag


Kyla wurde geslated, ihr Gedächtnis komplett gelöscht. Jetzt hat sie die Chance in ihrer neuen Familie einen Neuanfang zu starten. Doch immer wieder quälen sie furchtbare Albträume, die ihr sehr real erscheinen. Sind das Erinnerungen an ihr früheres Leben? Und wie soll sie bei Null anfangen, wenn sie ihre Vergangenheit doch wieder einholt? Schnell macht sich eine große Frage in Kyla breit: Wieso wurde sie geslated und warum ist sie so anders, als die übrigen Slater? 

Auch Ben, Kylas Freund, macht sich viele Gedanken. Doch während Kyla sich um ihre Vergangenheit kümmert, denkt Ben mehr an seine Zukunft. Aber nur wenn man weiß, wer man in der Vergangenheit war, kann man sich dafür entscheiden, wer man in Zukunft sein möchte. Doch die Suche nach Antworten ist sehr gefährlich, denn immer mehr Menschen verschwinden und niemand weiß, was mit ihnen geschieht… .
Das Buch beginnt mit einem sehr spannenden, aber auch geheimnisvollen Prolog, den man nicht wirklich einordnen kann. Danach springt die Geschichte in die Gegenwart und zu Kyla, die von ihrer neuen Familie in der Klinik abgeholt wird, nachdem sie geslated wurde. Die Geschichte ist aus Kylas Sicht in Ich-Form geschrieben. Dadurch bekommt der Leser zwar Kylas Gefühle, Träume und Zweifel hautnah mit, erhält aber auch nur so viele Informationen, wie Kylas selbst über ihre Vergangenheit hat. Schnell fragt man sich gemeinsam mit dem Mädchen, weswegen sie geslated wurde und was es damit wirklich auf sich hat.

Immer wieder liest man einige Traumsequenzen, die zwar meist mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten, die Geschichte aber immer wieder unter einem neuen Gesichtspunkt darstellen und somit spannend machen, was sehr wichtig ist, da dieses Buch nicht die großen Spannungsmomente enthält, die einen die Luft anhalten lassen. Und trotzdem klebte ich förmlich an den Seiten, was sicher auch daran lag, dass ich nie genau wusste, wem ich vertrauen konnte und wem nicht. Charaktere, die mir anfangs sehr sympathisch waren, weckten plötzlich Zweifel in mir. Personen, die ich in die Kategorie „Feind“ einsortiert hatte, musste ich neu beleuchten und ständig fragte ich mich, ob ich wohl dieses Mal mit meiner Einschätzung richtig liegen würde. Die Autorin Teri Terry, schafft eine Atmosphäre voll mit Zweifeln, Rätseln, Geheimnissen, Lügen und Intrigen, in einer Welt, in der die Protagonistin niemandem trauen kann, nicht einmal ihren eigenen Träumen. Ich war richtig fasziniert, wie es Frau Terry gelang, immer wieder kleine Hinweise einzubauen, ohne zu viel zu verraten.

Neben vielen kleineren Charakteren, die für mich sehr undurchschaubar waren, blieb mir auch die Protagonistin Kyla ein echtes Rätsel. Anfangs hatte ich das Gefühl, sie wolle sich in ihr neues Leben einfügen und nichts von ihrer Vergangenheit wissen. Doch je mehr Erinnerungen in ihr erwachen, desto neugieriger wird sie und doch bleibt sie immer auf der Hut und ist sehr vorsichtig in dem, was sie tut. Viel passiert aus Instinkt, ohne dass sie sich bewusst dafür entschieden hätte. Diese Vorsicht hob sie meiner Meinung nach etwas von den momentan üblichen und sehr rebellischen Protagonisten ab, machte sie mir jedoch leider nicht sehr sympathisch, da ich mir teilweise mehr Eigeninitiative von ihr erwartet habe.

Etwas schade fand ich auch, dass man sehr wenig von Kylas Welt erfährt. Anfangs dachte ich sogar, dass alle Jugendlichen mit einem gewissen Alter geslated werden. Nur nach und nach erhält man ein paar Informationen über die Slater und was die Regierung zu diesem Schritt bewogen hat. Ich hätte gern noch mehr über das Leben im Jahr 2054 erfahren und hoffe, dass die Folgebände hier noch etwas mehr bieten.

Insgesamt ist der Schreibstil sehr flüssig und leicht. Es gibt viele auch sehr kurze Absätze und so liest man dahin, ohne zu merken, wie die Seiten verfliegen, bis man schließlich am Ende angelangt ist. Hier überschlagen sich die Ereignisse und ich war richtig gefesselt und wollte gar nicht aufhören zu lesen. Leider kam das Ende jedoch viel zu schnell und jetzt heißt es, bis zum Frühjahr (2014) warten, bis man erfährt, was es mit Kyla wirklich auf sich hat.

Die Geschichte rund um Kyla und ihre gelöschten Erinnerungen ist wirklich außergewöhnlich. Der Autorin Teri Terry gelingt es, den Leser in ihren Bann zu ziehen und Zweifel gegenüber allem und jedem zu sähen, so dass man förmlich an den Seiten klebt, um zu erfahren, was es mit den Slatern wirklich auf sich hat. Dabei wird der Leser jedoch nur mit kleinen Hinweisen gefüttert, so dass sich mehr Fragen stellen als beantwortet werden und es auf jeden Fall spannend bleibt für den Folgeband, auf den ich schon jetzt sehnsüchtig warte.


Von mir bekommt das Buch 4,5 Punkte von 5.

 

Vielen Dank an vorablesen und den Coppenrath Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.