Sonntag, 29. April 2012

Meine rebuy-Bestellung :)

Kommentare:
Ja, ich bin mal wieder schwach geworden und hab bei rebuy bestellt:



10 Bücher haben jetzt bei mir ein neues Zuhause gefunden und meinen SuB vergrößert:

- Als die schwarzen Feen kamen
- Splitterherz
- Arkadien erwacht
- Das verbotene Eden
- Schweig still süßer Mund
- Wunschkonzert
- Drachenkuss
- Im Zauber der Sirenen
- Schokoladenzauber
- PS Verzeih mir


Freu mich total über meine neuen Schätze :)

Samstag, 28. April 2012

[Rezension] Der geheime Brief

1 Kommentar:

Der geheime Brief

Autor(in): Maria Ernestam
Verlag: btb
Seitenzahl:  380
Preis:  8,99 Euro
Cover / Bildrechte: Randomhouse / btb




Gestaltung:

Das Cover zeigt einen Zaun mit vielen Sträuchern, grüner Wiese und Bäumen in der Ferne. Mir persönlich gefällt es sehr gut, weil ich mir vorstelle, dass es die Gartentür zu dem Haus in Marstrand ist, von dem im Buch erzählt wird. Leider ist es jedoch sehr unscheinbar und könnte im Buchhandel leicht übersehen werden.

Story:

Das Buch beginnt mit einem kleinen Absatz über Ereignisse auf dem britischen Schlachtschiff Queen Mary. Danach erfährt man in einem Prolog ein paar Gedanken in Ich-Perspektive von einer Person, die man nicht kennt. Dieser Prolog ist jedoch sehr kurz. Anschließend springt die Geschichte ins Jahr 2005 zu der Protagonistin Inga und man erfährt über den Tod ihres Mannes. Dieser Teil ist in der 3. Person geschrieben. Nachdem die Geschichte um Martens Tod, dem Mann von Inga, erzählt ist, geht die Geschichte 2007 weiter, als Inga nach Marstrand geht, um Abstand zu gewinnen.  Ein paar Seiten später geht die Geschichte jedoch im Jahr 1959 weiter und wechselt schließlich jedes zweite Kapitel zwischen 2007 und 1959 hin und her, wobei die Kapitel, die 2007 spielen in der 3. Person, die 1959 in Ich-Form geschrieben sind. Dazwischen finden sich immer wieder kurze Abschnitte bzw. Augenzeugenberichte von der Schlacht am Skagerrak.

Eigentlich liebe ich ja Bücher, die zwischen den Zeiten wechseln und sich am Schluss alles zu einem großen Ganzen zusammenfügt, doch ich muss sagen, dass ich bei diesem Buch einige Probleme damit hatte, da man die ersten Kapitel, die 1959 in Ich-Form geschrieben wurden, gar nicht weiß, wer dort seine Geschichte erzählt. Außerdem erinnert sich die Person, von der 1959 gesprochen wird, immer wieder und springt so zusätzlich noch ins Jahr 1916, so dass man als Leser wirklich konzentriert beim Buch bleiben muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Auch die Augenzeugenberichte konnte ich überhaupt nicht zuordnen, was bis zum Ende des Buches auch so blieb.

Die Geschichte an sich finde ich sehr schön. Inga findet diesen Brief und geht der Spur nach, um mehr über ihre Großmutter Rakel, deren Leben und das ihrer Freundin Lea, die den Brief geschrieben hatte, zu erfahren. Dabei reist sie sowohl in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie, als auch in die anderer und lernt viele interessante Menschen kennen. So scheint sich auch den Tod ihres Mannes zu verarbeiten. Sie erkennt, dass es besser ist geliebt und verloren, als überhaupt nicht geliebt zu haben.

Charaktere: 

In dem Buch gibt es zwei Protagonisten. 

Zum einen wird die Geschichte von Inga, der vierzigjährigen Fotografin erzählt, die plötzlich ihren Mann verliert. Ihr Leben war auf dem Höhepunkt, ihr Sohn erwachsen, erfolgreich im Beruf und glücklich mit ihrem Mann Marten. Doch durch den plötzlichen Tod von Marten weiß sie nicht mehr, wo sie steht, geschweige denn, wo sie hinmöchte. In ihrer Verzweiflung nimmt sie sich eine Auszeit und reist nach Marstrand, in das Sommerhaus ihrer Familie, das schon mehrere Generationen in Besitz ist. Dort findet sie die Kiste, mit dem Brief und wird plötzlich neugierig, was dahintersteckt. Deshalb beginnt sie ihre Nachforschungen. Ich finde, dass Inga wirklich sehr glaubwürdig geschildert ist. Sie ist eine selbstbewusste Frau, die den Boden unter den Füßen verliert und damit völlig in der Luft hängt. Sie macht das einzig Richtige, nimmt sich eine Auszeit und entflieht der Situation, um Abstand zu bekommen und sich darüber klarzuwerden, wie es weitergehen soll. Eine wirklich sympathische Protagonistin, die ihren Weg geht, auch wenn ihr Steine hineingelegt werden.

Zum anderen ist die Story aus der Sicht von Rakel, der Großmutter von Inga erzählt (was man jedoch erst im Laufe der Geschichte erfährt). Von ihrer behüteten Kindheit auf einem Hof, ihrer Jugend als Dienstmädchen, wo sie schließlich ihre Freundin Lea und ihre große Liebe und ihren künftigen Ehemann kennenlernt und dann erfährt man von einem Geheimnis, das die Familie jahrelang gehütet hat und das das Leben von Rakel von Grund auf verändert hat. Rakel scheint zu Beginn etwas naiv und schüchtern zu sein. Doch ihre Freundin Lea hilft ihr, sich in der Welt zu beweisen und schnell merkt man, dass Rakel auch eine andere, selbstbewusste Seite hat und für ihre Träume kämpft. Die Entwicklung von Rakel gefiel mir wirklich sehr gut, auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen nachvollziehen konnte.

Doch dieses Buch besticht nicht nur durch seine tollen Protagonisten, sondern auch durch wunderbare Nebendarsteller. Schon allein Ingas Familie hat einige besondere Charaktere zu bieten. Zum einen ist da ihr Vater, der sie alleine großgezogen hat, der jedoch mittlerweile als Pflegefall in einem Heim wohnt und erst sein Schweigen bricht, als Inga ihn bitten, ihm zu helfen. Und dann gibt es da Jakob, der Rakel so sehr liebt, dass er alles dafür tut, um ihre große Liebe zu werden und eine Zukunft mit ihr aufzubauen. Wirklich jeder Charakter hat seine eigene Geschichte zu erzählen, die wunderbar in die Gesamtgeschichte eingebunden ist, dass es ein rundes Ganzes ergibt und den Leser wirklich bewegt.

Schreibstil:

Für mich war es wie gesagt etwas schwierig, dass das Buch einmal in der 3. Person und dann wieder in der Ich-Form geschrieben war. Das wäre wohl nicht so verwirrend gewesen, wenn von vorne herein klar gewesen wäre, wer diese Person ist, deren Geschichte 1959 erzählt wird. Auch die Augenzeugenberichte waren für mich eher störend, da ich sie erst zum Ende wirklich zuordnen konnte. 

Schön waren die Hinweise, die Inga immer wieder bekam. Sie verrieten genau so viel, dass die Spannung erhalten blieb, die Neugier aber so weit befriedigt war, dass man erst einmal zufrieden war und trotzdem wissen wollte, wie es weitergeht. Hier zeigte die Autorin, Maria Ernestam, richtig viel Fingerspitzengefühl.

Auch die verschiedenen Gefühle hat Maria Ernestam gut beschrieben und glaubhaft in die Geschichte eingeflochten. Inga, die am Tod ihres Mannes zu zerbrechen droht, die bedingungslose Liebe zwischen den beiden Freundinnen Rakel und Lea, die Verzweiflung von Jakob, der um eine Frau kämpft, die einen anderen liebt usw. Es gäbe noch zahlreiche Beispiele, in denen die Autorin den Leser dazu bringt mit den Protagonisten mitzufühlen, mitzuleiden und sich mit ihnen zu freuen.

Fazit:

Schade, dass dieses Buch so verwirrend beginnt, so dass ich einige Zeit gebraucht habe, in die Geschichte hineinzufinden und die verschiedenen Zeiten zusammenzufügen. Denn eigentlich ist es eine wirklich schöne Geschichte über die Liebe, über Freundschaft, Familie und das Leben während des Krieges. Jeder, der bewegende Geschichten mag, die erst zum Ende ihr Geheimnis lüften, sollte dieses Buch lesen.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Punkte von 5.

Vielen Dank an den btb Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Samstag, 21. April 2012

[Rezension] Starters

Kommentare:

Starters

Autor(in): Lissa Price
Verlag: piper / ivi
Seitenzahl:  399
Preis:  9,99 Euro
Cover / Bildrechte: Piper Verlag

Gestaltung:

Das Cover gefiel mir von Anfang an total gut, weil es wirklich etwas Besonderes ist und sich von den übrigen Cover, die momentan auf dem Markt sind, richtig abhebt. Insgesamt ist es sehr dunkel. Die Frau, die darauf abgebildet ist, ist nur schwach zu sehen, vor allem vom Gesicht selbst sieht man nichts, da dort Titel und Autor stehen. Das Cover wirkt sehr geheimnisvoll und macht damit so richtig neugierig auf dieses Buch.

Story:

Als ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich zuerst, es würde mit einer netten Familiengeschichte beginnen, doch die Eltern von Callie und ihrem Bruder Tyler sind bereits an den Sporen gestorben und man wird sofort in Callies Leben hineingezogen. Man erfährt, wie sie um ihr und das Leben ihres Bruders kämpft und versucht ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. Schnell gelangt sie dabei zur Body Bank und zu dem Entschluss, ihren Körper „zu verkaufen“, um mit dem Geld endlich ein Haus für sich und ihren Bruder kaufen zu können und ihnen so wieder ein sicheres Leben zu bieten.

Doch leider läuft ihr Auftrag nicht so, wie er sollte, denn sie wacht plötzlich in einer fremden Welt auf, in der ihr Körper für einen Auftrag gemietet wurde, der so ganz und gar nicht in ihr Weltbild und zu ihrem Charakter passen will. Und als wäre das nicht genug, um ihre Welt auf den Kopf zu stellen und sie und ihren Bruder in Gefahr zu bringen, wird ihr nach und nach klar, dass hinter diesem Auftrag mehr steckt, als sie zuerst gedacht hatte.

Charaktere: 

Callie ist ein junges Mädchen, das es alles andere als leicht hat. Ihre Eltern sind gestorben und auch sonst gibt es keine Verwandten, die sich um sie und ihren Bruder kümmern. Also übernimmt sie ganz alleine die Verantwortung für den 7-jährigen Tyler, was in diesen Zeiten sehr schwer ist. Sie sind obdachlos, haben kein Einkommen und müssen ständig auf der Flucht vor den Marshals sein, die sie in ein Heim stecken wollen. Callie nimmt alles auf sich, nur um ihren Bruder zu beschützen und ihm das Leben zu erleichtern. Dafür vermietet sie sogar ihren Körper, obwohl ihr nicht wohl dabei ist. Ihre eigenen Bedürfnisse stellt sie stets hinten an, wenn es um Tyler geht. Als sie dann zu früh aufwacht, bewahrt sie einen kühlen Kopf und denkt erst einmal nach, bevor sie handelt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass sie bedacht an eine Situation herangeht und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollte. Das machte sie mir wirklich sympathisch. Sie ist für ihr Alter schon richtig erwachsen, was ich sehr glaubwürdig fand, da sie ja schon einige Zeit ohne ihre Eltern zurechtkommen musste. Als dann Blake in ihr Leben trifft, merkt man jedoch, dass immer noch eine Jugendliche in ihr steckt, denn schnell verliebt sie sich in ihn und klammert sich regelrecht an die Hoffnung, endlich jemanden zu haben, der sie einmal ihre Sorgen vergessen lässt. Callie ist eine wirklich tolle Protagonistin, die zwar Heldenqualitäten hat, jedoch trotzdem menschlich bleibt.

Blake, den Callie zwar recht früh kennen und auch lieben lernt, bleibt meist im Hintergrund. Man erfährt als Leser zwar einiges über seine Familiengeschichte, aber bis auf ein Date und ein paar kleinere Treffen bleibt die Liebesgeschichte doch eher im Hintergrund. Ich bin gespannt, wie sich diese Lovestory im zweiten Band entwickeln wird.

Sehr schön fand ich die Rollen von Lauren und Madison. Diese spielen zwar auch nur eine Nebenrolle, entwickeln sich aber während der Geschichte richtig gut und sind mir sogar ans Herz gewachsen.

Interessant gestaltet sich der „Old Man“, der Vorsitzende der Body Bank. Er ist richtig geheimnisvoll, niemand hat je sein Gesicht gesehen oder seine wirkliche Stimme gehört. Wer steckt wohl hinter dieser Maske?

Schreibstil:

Das Buch ist aus Sicht von Callie, als in Ich-Form geschrieben, was mir sehr gut gefiel, da ich mich sofort in sie hineinversetzen konnte. Zum einen muss sie sich wie eine Erwachsene benehmen, zum anderen ist sie doch nur eine Jugendliche. Lissa Price hat in meinen Augen dieses Bild von Callie sehr gut dargestellt.

Aber auch die Welt der Enders und Starters wird dem Leser nahegebracht und das ohne lange Erklärungen. Zu Beginn dachte ich, man wird einfach in die Geschichte hineingeworfen, aber nach und nach bekommt der Leser immer mehr Informationen, die er dann zu einem Gesamtbild zusammenfügen kann. 

Doch die Autorin hat es auch geschafft, richtig Spannung aufzubauen. Zum einen hat Callie immer wieder „Black Outs“, in denen ihre Mieterin wieder die Kontrolle übernimmt und der Leser nicht sofort erfährt, was während dieser Zeit passiert ist. Zum anderen fügen sich die Ereignisse nur bruchstückhaft zusammen, so dass man erst nach und nach erfährt, was wirklich in der Welt der Enders und Starters vorgeht. Und selbst am Ende werden nicht alle Geheimnisse geklärt, denn Lissa Price hat z.B. den „Old Man“ in ihre Geschichte eingebaut, dessen wahre Identität niemand kennt und die auch im ersten Band noch nicht aufgeklärt wird. Ich war wirklich ab der ersten Seite gefesselt und konnte nicht aufhören zu lesen, ohne zu wissen, wie es endet. Leider war das Ende so spannend und mit einem sehr gemeinen Cliffhanger versehen, so dass ich jetzt ganz ungeduldig auf Band 2 warte.

Fazit:

Dieses Buch ist eines meiner Highlights bis jetzt. Ich war ab der ersten Seite total gefesselt von dieser originellen Dystopie und als es zu Ende war, war ich richtig traurig, dass ich nicht weiterlesen konnte. So warte ich jetzt voller Sehnsucht auf Teil 2. 

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an den ivi Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Sonntag, 15. April 2012

[Rezension] Godspeed - Die Reise beginnt

Kommentare:

Godspeed – Die Reise beginnt

Autor(in): Beth Revis
Verlag: Dressler
Seitenzahl:  445
Preis:  9,99 Euro
Cover / Bildrechte: Oetinger Verlag




Gestaltung:

Das Cover ist nicht wirklich eine neue Idee. Viele Bücher haben in letzter Zeit Silhouetten von Gesichtern auf dem Cover. Trotzdem gefiel mir dieses sehr gut, weil ich das grün wirklich super fand. Auch ohne Schutzumschlag sieht das Buch sehr ansprechend an und das Besondere: Im Schutzumschlag ist ein Querschnitt des Raumschiffs abgebildet, so dass sich der Leser noch besser vorstellen kann, wie das Ganze aussieht.
Story:

Zu Beginn erfährt man, wie Amy und ihre Eltern eingefroren werden. Dieser Teil ist aus Sicht von Amy erzählt. Dann wechselt jedoch die Perspektive und man erfährt aus Sicht von Junior, wie das Leben auf der Godspeed abläuft. Einige Kapitel lang, wird dem Leser nahegebracht, wie sich Amy im Eis fühlt, dass sie Träume hat und Erinnerungen und dass sie zwar eingefroren ist, jedoch trotzdem denken und wahrnehmen kann. Im Gegenzug dazu wird aus Juniors Sicht das Raumschiff, deren Bewohner und das Leben dort geschildert. Dieser Teil war zwar interessant, hat sich für mich aber etwas gezogen und ich habe nur darauf gewartet, dass Amy endlich aufgeweckt wird und etwas passiert.

Als das dann der Fall ist, wird das Buch richtig spannend. Nicht nur, dass Amy das Leben auf der Godspeed völlig unnatürlich vorkommt, nein, sie ist auch dem Anführer, dem „Ältesten“ des Schiffes ein Dorn im Auge, da sie so anders ist, als die übrigen Bewohner. Und dann werden noch mehr Menschen aufgetaut, die nicht so viel Glück haben wie Amy, und während des Auftauprozesses sterben. Jetzt gilt es einen Mörder zu entlarven. Doch damit nicht genug: Junior, der zukünftige Anführer der Godspeed, erhält durch Amy auch noch einen Blick hinter die Kulissen und sieht plötzlich alles mit anderen Augen und muss so erfahren, dass auf der Godspeed nicht alles so ist, wie es scheint und dass der Älteste ihm einige Informationen vorenthält und ihm zusätzlich noch eine Menge Lügen auftischt.

Die Geschichte ist wirklich sehr spannend und ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht sofort wusste, wer hinter den Attentaten steckt und auch einige Geheimnisse des Schiffes waren doch sehr überraschend, ganz zu schweigen vom Ende des Buches, das mich wirklich staunen lies.
Und obwohl die Geschichte an sich aufgelöst wird, ist das Ende doch sehr spannend, da es ziemlich offen bleibt, wie es mit der Godspeed weitergehen soll. Ich bin schon jetzt sehr gespannt, was im zweiten Band passiert.

Charaktere: 

Von Amy erfährt man zu Beginn des Buches, dass sie eigentlich gar nicht an diesem Experiment teilnehmen wollte, dass sie es dann jedoch tut, um bei ihren Eltern sein zu können. Sie lässt alles zurück, was ich sehr mutig finde, und bricht auf in eine ungewisse Zukunft. Während Amy eingefroren ist, erinnert sie sich an verschiedene Ereignisse zurück und man erfährt als Leser etwas mehr über sie und ihre Vergangenheit. Aber auch ihre Gefühle werden genau geschildert und so ist man eigentlich froh, als sie endlich aufgetaut wird. Doch jetzt wird es erst richtig schwierig für sie, ohne ihre Eltern, so ganz anders als die übrigen Bewohner und ohne irgendeine Ahnung, wie das Leben auf der Godspeed funktioniert und wem sie eigentlich vertrauen kann, immerhin denkt der Anführer, dass sie eine Gefahr ist. Doch Amy ist stark und lässt sich nicht unterkriegen. Manchmal kam sie mir etwas zu stark vor und ich hatte das Gefühl, als wolle sie mit dem Kopf durch die Wand. Sie hört nicht auf gute Ratschläge und begibt sich selber immer wieder in Gefahr. Sie scheint gegen alles auf dem Schiff zu rebellieren und macht sich dabei natürlich keine Freunde. Habe ich anfangs noch mit Amy mitgefühlt, muss ich ehrlich sagen, nahm diese Sympathie immer mehr ab, da ich häufig das Gefühl hatte, dass sie einfach aus egoistischen Gründen handelte und nichts wirklich hinterfragt hat. Immerhin ist auch nicht alles schlecht auf der Godspeed. 

Junior war für mich leider auch nicht der typische Held. Für mich beginnt er erst sehr spät, genau genommen erst als Amy auftaucht, die ganzen Geschehnisse auf der Godspeed zu hinterfragen. Er muss immer wieder Hinweise von anderen bekommen, um den Geheimnissen überhaupt auf die Spur zu kommen und ich frage mich wirklich, ob Junior so ein guter Anführer wäre. Für mich hat er sehr wenig Ahnung von der Godspeed und als Leser erfährt man auch nicht, was er all die Jahre gemacht hat, bevor Amy kam. Über seine Vergangenheit erfährt man eigentlich überhaupt nicht viel und das machte es für mich schwer ihn zu verstehen und mich in ihn hineinzuversetzen. 

Auch die Nebendarsteller, wie z.B. der Älteste, der Doc oder Harley waren für mich etwas oberflächlich dargestellt und man erfährt als Leser nicht genug über sie, um sie wirklich zu „begreifen“.

Schreibstil:

Das Buch ist so geschrieben, dass man sich das Raumschiff Godspeed wirklich gut vorstellen kann. Wobei ich manchmal nicht daran dachte, hier ein Raumschiff vor mir zu haben, vor allem, wenn von „der Stadt“, „dem Krankenhaus“ oder den Gärten und Weiden mit all den Kühen und Schafen die Rede war. Ich denke, da muss man auch mal die Fantasie benutzen und den klaren Verstand ausschalten, denn es ist wohl klar, dass es so ein Raumschiff nicht wirklich geben kann. Doch davon abgesehen finde ich die Welt, die Beth Revis geschaffen hat, wirklich faszinierend und spannend.

Viel Wert legt die Autorin auch auf die Darstellung der Gefühle. Nicht umsonst erfährt man in mehreren Kapiteln, wie es Amy geht, als sie eingefroren wurde. Meiner Meinung nach, ist das Beth Revis wirklich gut gelungen und ich hab richtig mitgelitten mit Amy und fühlte mich selbst auch eingesperrt. Auch hinterher wird oft aus verschiedenen Perspektiven erzählt, dass sich einige Bewohner der Godspeed eingesperrt fühlen, dass sie regelrecht durchdrehen, weil sie noch nie die „wirkliche Welt“ gesehen haben und um sich ständig Wände sind. Ich finde es sehr schön, dass die Autorin auch diesen Aspekt in die Geschichte eingebaut hat, denn ich denke, dass das sicherlich ein Problem auf so einem Raumschiff sein könnte.

Das Buch ist insgesamt sehr spannend geschrieben und die Suche nach dem Mörder ist wirklich knifflig und ich brauchte lange, um herauszufinden, wer es am Ende wirklich ist, da es immer wieder neue Hinweise gibt, die einen in die Irre führen. Ich finde, das ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Fazit:
 
Bis auf den Anfang, in dem es vor allem um die Gefühle geht, ist das Buch durchweg spannend geschrieben und es gibt einige tolle Wendungen und unvorhergesehene Ereignisse, die dieses Buch zu einem besonderen Leseerlebnis machen. Ich musste ein paarmal den Atem anhalten, bis endlich geklärt war, wer die Fäden auf der Godspeed zog und ich freu mich wirklich schon auf den zweiten Band, um zu erfahren, wie es mit Amy, Junior und all den Bewohnern jetzt weitergeht.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Vielen Dank an den Dressler Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Mittwoch, 11. April 2012

[Rezension] Die Bestimmung

Kommentare:

Die Bestimmung

Autor(in): Veronica Roth
Verlag: cbt
Seitenzahl:  475
Preis:  17,99 Euro
Cover / Bildrechte: Randomhouse / cbt




Gestaltung:

Das Cover gefiel mir von Anfang an total gut. Das Zeichen der Ferox, dieser Kreis mit dem Feuer darin nimmt die Hälfte des Covers für sich ein und ist damit ein richtiger Blickfang , zumal es sich auch noch etwas abhebt. Da der Rest des Covers in einem dunklen Blau gestaltet ist, sticht das Zeichen natürlich zusätzlich hervor.

Story:

Die Geschichte beginnt mit dem Leben von Beatrice und ihrer Familie. Es wird beschrieben, was die Altruan, die Fraktion in der Beatrice aufwächst, ausmacht und was es mit diesem Eignungstest auf sich hat. Da man ja schon anhand des Klappentextes weiß, dass sich Beatrice für die Ferox entscheidet, war die Entscheidungszeremonie nicht mehr ganz so spannend. Und doch erzeugt das Buch eine gewisse Grundspannung, die mich ab der ersten Seite nicht mehr losgelassen hat. 

Als Beatrice dann zu den Ferox wechselt geht es vor allem darum, was es bedeutet eine Ferox, eine Furchtlose zu werden. Allerdings muss ich sagen, dass es mir dabei viel zu sehr um Gewalt ging. Die „Neulinge“ (Initianten genannt) müssen lernen wie man kämpft, wie man Waffen benutzt und seine Ängste besiegt. Dabei geht es meist sehr grob und rücksichtslos zu. Die Jugendlichen bearbeiten sich mit den Fäusten, werfen Messer aufeinander und versuchen sich gegenseitig zu ermorden oder zu verstümmeln, nur um beim Ranking der Initianten auf Platz 1 zu gelangen und sich so seinen Beruf bei den Ferox aussuchen zu können.

Doch plötzlich spielt das alles keine Rolle mehr, denn es droht eine ganz andere Gefahr, es droht Krieg zwischen den verschiedenen Fraktionen und Beatrice steckt mittendrin und muss plötzlich all das, was sie bei den Ferox gelernt hat, in der Realität anwenden, um sich und ihre Lieben zu retten.

Charaktere: 

Beatrice war mir am Anfang richtig sympathisch. Sie ist eine starke Persönlichkeit und passt deswegen nicht so recht zu den Altruan, den Selbstlosen. Doch sie liebt ihre Familie und versucht ihr Bestes zu geben. Als sie dann zu den Ferox wechselt, muss sie einige sehr waghalsige Mutproben bestehen und lernen zu kämpfen. Trotz allem zeigt sie immer wieder Verhaltensweisen, die eher zu den Altruan passen. Meiner Meinung nach entwickelt sich Beatrice eher zum negativen. Plötzlich will sie jeden und alle verprügeln, die nicht ihrer Meinung sind oder etwas sagen, das ihr nicht passt. Selbst vor ihren Freunden macht sie dabei nicht halt. Gewalt scheint auf einmal die Lösung all ihrer Probleme zu sein, doch wenn sich die Gewalt mal gegen sie richtig, dann wird das als totales No-Go hingestellt.

Four (oder Tobias), der männliche Hauptdarsteller war für mich von Anfang an der typische Held. Sieht toll aus, ist geheimnisvoll, hart aber gerecht und versucht ständig Beatrice so gut es geht zu helfen. Sehr schön fand ich, dass er einen wirklich guten Grund hatte nicht bei den Altruan zu bleiben. Wieso er aber Beatrice in sein tiefstes Innerstes schauen lässt, konnte ich nicht verstehen, zumal die beiden ja noch nicht mal zusammen waren. Er scheint außerdem auch hinter die Kulissen zu schauen und einen Weg zu suchen, alle Fraktionen zu vereinen. Bei ihm hatte ich weniger das Gefühl, dass er versucht alles mit Gewalt zu lösen.

Von Beatrices Bruder Caleb wusste ich nicht so recht, was ich halten sollte. Er wechselt ja auch die Fraktion und ich dachte, er würde sicher eine Art Schlüsselrolle in den Konflikten zwischen den Fraktionen spielen. Doch er verlässt ganz schnell die Ken und versteckt sich. Ich denke, da wär mehr Potenzial drin gewesen.

Gespannt bin ich, wie es mit Christina, Beatrices Freundin, weitergeht. Sie ist ja zum Ende des Buches völlig verschwunden und ich bin gespannt, ob und wie sie in den nächsten Teilen wieder auftaucht. 

Sehr gut gefiel mir die Rolle von Beatrices Mutter. Doch ich möchte nicht zu viel verraten ;)

Schreibstil:

Die Autorin, Veronica Roth, versteht es wirklich ihre Personen lebendig werden zu lassen. Jede ihrer Charaktere hat etwas Besonderes, ob positiv oder negativ und bringt sich durch seine Stärken und Schwächen in die Geschichte mit ein. Ich muss sagen, dass ich mir jede Person genau vorstellen konnte.

Sehr schön fand ich auch die Idee mit den fünf Fraktionen, wobei ich mir da noch mehr Informationen gewünscht hätte. Vor allem von den Amite und den Candor, die ja in diesem Band nur eine Nebenrolle spielen, erfährt man leider sehr wenig. Vielleicht ändert sich das aber in den Folgebänden noch.

Das Buch hat mich wirklich von der ersten Seite an gefesselt. Es ist sehr spannend geschrieben und es passieren immer wieder neue Ereignisse, die für mich wirklich sehr überraschend kamen. Es war fast so, als würde ich das ganze Buch über die Luft anhalten, so sehr hab ich mitgefiebert.

Das Ende ist zwar so geschrieben, dass man sehnsüchtig auf den zweiten Teil wartet, es gibt jedoch keinen von diesen fiesen Cliffhangern, die einen so unzufrieden zurücklassen.

Fazit:

Das Buch ist wirklich sehr gut zu lesen, ich fand es spannend und die Story war wirklich originell. Doch für meinen Geschmack geht es in dem Buch viel zu sehr um Gewalt und die Entwicklung, die Beatrice macht geht für mich eher ins Negative. Doch die Geschichte um die fünf Fraktionen fand ich wirklich super und ich bin sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Vielen Dank an den cbt Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Sonntag, 8. April 2012

[Rezension] Frostkuss

Kommentare:
Frostkuss

Autor(in): Jennifer Estep
Verlag: piper / ivi
Seitenzahl:  383
Preis:  14,99 Euro
Cover / Bildrechte: Piper Verlag




Gestaltung:

Das Cover sieht sehr mystisch aus. Man erkennt ein Mädchengesicht, bei dem der Mund durch blauen Nebel ersetzt ist. Die Augen des Mädchens sind in dem selben stechenden Blau, wie der Titel und der Nebel. 

Klappt man den Umschlag auf, sieht man ein gespenstisch wirkendes Haus (auch in einem leichten Blauton). Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass das die Schule sein soll, dazu wirkt es zu unbelebt, aber vielleicht spielt dieses Haus ja in den folgenden Bänden noch eine wichtige Rolle.

Sehr schön fand ich auch, dass die erste Seite jedes Kapitels mit einem grauen Nebel gestaltet ist.

Story:

Das Buch beginnt, anders als ich erwartet hatte, sofort damit, dass Gwen auf die Mythos Academy geht. Zuerst erfährt man ein bisschen darüber, wie die Gabe des Mädchens funktioniert und wie sie sie einsetzt. Doch dann wird schon ein Mord begannen und die Geschichte wird richtig spannend, denn Gwen ist diejenige, die die Leiche findet und nicht an die Erklärung glaubt, die den Schülern aufgetischt wird. Deshalb macht sie sich auf die Suche nach den wahren Begebenheiten und gerät immer mehr in den Krieg der Götter, an den sie eigentlich nie geglaubt hat, obwohl sie an einer Schule für „besondere“ Schüler ist.

Ich fand es sehr spannend, wie Gwen immer mehr über die griechische Mythologie, über die Vergangenheit, über Götter und Helden erfuhr und die Geschichte damit langsam zum Höhepunkt geführt wurde.

Ist Gwen anfangs noch eine richtige Außenseiterin ohne Freunde wird ihr Schicksal nach und nach mit anderen Schülern verknüpft. Besonders gut gefällt mir die Geschichte, wie sie zu ihrer besten Freundin kommt. Das ist wirklich mal eine ausgewöhnliche Freundschaft.

Auch das Thema „Liebe“ wird in diesem Buch immer wieder angesprochen. Sei es durch die Nebendarsteller: Eine beliebte Schülerin verliebt sich in einen „Freak“ und traut sich das nicht öffentlich zu machen, eine Schülerin wird von ihrem Freund und ihrer besten Freundin betrogen und auch die Protagonistin verliebt sich natürlich, auch wenn diese Lovestory anders endet, als ich es erwartet hatte.

Charaktere: 

In den ersten Kapiteln wusste ich ehrlich gesagt nicht, was ich von Gwen halten sollte. Sie benutzt ihre Gabe um Geld zu verdienen und erpresst andere. Das machte sie für mich anfangs nicht sehr sympathisch. Doch sobald der Mord geschieht und sie versucht Nachforschungen anzustellen, wurde sie mir sympathischer. Sie ist zwar manchmal ziemlich ruppig und eigenbrödlerisch, doch je mehr man von Gwen erfährt, desto logischer wird ihr Verhalten und man fängt als Leser an sie ins Herz zu schließen und am Ende hab ich richtig mit ihr mitgefühlt und ich fand es sehr schön, dass sie nicht sofort die tolle Heldin wird, die plötzlich alles kann. In den Folgebänden hat sie noch jede Menge Möglichkeiten sich zu entwickeln und ich bin echt gespannt, ob sie noch lernt mit einem Schwert umzugehen.

Logan, der männliche Protagonist ist zwar beliebt, wie es Helden meist sind, doch er zeigt ein paar sehr unheldenhafte Charaktereigenschaften oder wird zumindest manchmal alles andere als sympathisch dargestellt. Doch ich glaube, dass hinter seinem Verhalten noch viel mehr steckt, was im ersten Band noch nicht ganz ans Tageslicht gekommen ist. Auf jeden Fall gefällt mir seine Art, wie er Gwen neckt und mit ihr flirtet. Das brachte mich ganz oft zum grinsen.

Schmunzeln musste ich auch über Daphne, die Walküre, die rosa liebt und auf Computer steht. Das ist ja mal ein toller Kontrast. Ich bin sehr gespannt, welche Rolle sie in den Folgebänden noch spielen wird.

Aber auch die anderen Darsteller, wie z.B. die Professoren oder die Spartaner bringen ihre ganz eigenen Eigenschaften und Geschichten mit und machen die Geschichte so zu etwas besonderem.

Schreibstil:

Die Autorin Jennifer Estep beschreibt ihre Welt und ihre Gestalten so, dass ich sie mir sehr gut vorstellen konnte, sie geradezu vor meinen Augen sah. Auch wenn man von griechischer Mythologie keine Ahnung hat, versteht man sehr gut, um was es in dem Buch geht, da immer wieder kleine Erklärungen in die Geschichte eingeflochten werden.

In diesem Buch werden so viele verschiedene Themen angesprochen: Verrat, Wut, Hass, Liebe, Verzweiflung, Selbstzweifel, Mut, Freundschaft, Eifersucht … und trotzdem ist alles so geschickt in die Geschichte eingebunden, dass sie nicht überfrachtet wirkt. Alles hat seinen Platz und spielt eine wichtige Rolle in diesem Buch.

Sehr schön fand ich, dass das Buch zwar ein rundes Ende hat, jedoch alles trotzdem nicht in einer heilen Welt endet. Auch auf einen Cliffhanger wurde zum Glück verzichtet, obwohl einen die Leseprobe zum zweiten Band sehr in den Bann zieht und Lust auf mehr macht.

Obwohl es ein Jugendbuch ist, sind manche Ereignisse für meinen Geschmack doch sehr offen angesprochen, vor allem, wenn es um Sex oder Mord geht. Daher wäre meine Altersangabe doch eher bei 16, als bei 14 Jahren.

Fazit:

Dieses Buch ist mein erstes Buch, das mit griechischer Mythologie zu tun hatte und ich muss sagen, ich bin wirklich begeistert. All diese Helden- und Göttergeschichten, die für Jugendliche aufbereitet sind, haben mich total in ihren Bann gezogen und das Buch war so spannend, dass ich es in einem durchgelesen habe, da ich einfach nicht mehr aufhören konnte. Leider war das Buch viel zu schnell zu Ende und jetzt warte ich sehnsüchtig auf Band 2, um zu erfahren, wie es mit Gwen Frost und ihren Freunden und Feinden weitergeht.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an den ivi Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Donnerstag, 5. April 2012

[Rezension] Die Messertänzerin

Keine Kommentare:

Die Messertänzerin

Autor(in): Susanne Rauchhaus
Verlag: Ueberreuter
Seitenzahl:  367
Preis: 6,99 Euro
Cover / Bildrechte: Ueberreuter Verlag



Gestaltung:

Das Cover gefällt mir sehr gut. Das Mädchengesicht wirkt sehr geheimnisvoll, da man es nicht ganz sehen kann und auch das Messer, das sich von links nach rechts über das Buch zieht passt super zum Titel und macht neugierig. Besonders gut gefallen mir jedoch die Ornamente, die sich über das ganze Buch verteilen. 

Story: 

Die Geschichte beginnt mittendrin mit dem Mordauftrag und wie Divya darauf reagiert und diesen ausführt. Danach gibt es einen Cut und man erfährt erst einmal etwas über das Leben an der Mädchenschule. Divya möchte, wie die anderen Mädchen dort, das tanzen lernen. Doch sie ist nur eine Dienerin und hat andere Pflichten. Trotzdem gibt sie nicht auf, sondern verfolgt heimlich den Unterricht und übt von sich aus die Tänze ein. Dann lernt sie Tajan kennen, der ihr beibringt, wie man mit Messern umgeht. Beide Fähigkeiten – das tanzen und das kämpfen – machen sie zu einer gefährlichen Waffe. Doch das Ganze ist nicht so einfach, denn das Leben eines ganzen Volkes steht auf dem Spiel und Divya muss sich entscheiden wohin sie gehört und das ist nicht so einfach, denn der Mann, in den sie sich verliebt hat, steht auf der Seite des Feindes.

Als ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich, es sei ein historischer Roman. Dass es in dem Buch auch fantastische Elemente gibt, wurde mir erst klar, als ich zu lesen begonnen habe. Da ich sowohl historische Romane, als auch Fantasy sehr gerne lese, war dieses Buch die perfekte Mischung für mich. Sofort als ich mit dem Buch begonnen hatte, war ich gefangen von der Geschichte und der Atmosphäre. Es ist sehr schön, einmal ein Fantasy-Buch zu lesen, das nicht von Vampiren oder Gestaltwandlern handelt. Die Geschichte ist sehr spannend und ich konnte das Buch erst wieder weglegen, als ich wusste, wie es ausgeht.

Charaktere: 

Divya war mir sofort sympathisch. Obwohl es das Leben nicht gerade gut mit ihr meint, versucht sie das Beste daraus zu machen. Sie ist dabei aber nicht jemand, der sie nicht ist, sie drängt sich nicht in den Vordergrund und kämpft ständig darum jemand anders zu sein, sondern sie hält sich im Hintergrund, lernt im Stillen und wartet darauf, dass der richtige Zeitpunkt für sie kommt. Es ist sehr schön zu lesen, wie sie sich entwickelt. Obwohl sie immer schon eine starke Persönlichkeit ist, entwickelt sie sich doch weiter und als sie endlich ihre Wurzeln findet, weiß sie, wohin sie gehört und was zu tun ist und doch verrät sie nie ihre eigenen Überzeugungen. Sie ist eine richtige Heldin, die lieber auf ihre große Liebe verzichtet, als weiterhin Ungerechtigkeit zu dulden. Was für eine Frau!

Tajan ist ein starker junger Mann, mit einer düsteren Vergangenheit, von der man allerdings erst später erfährt. Er ist sympathisch und ein bisschen unnahbar. Was mir an ihm besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass er nicht sofort erkennt, wer hinter all den Ungerechtigkeiten steckt. Er dient seinem Herrn seit Jahren und obwohl ihm nicht immer gefällt wie dieser handelt, bleibt er ihm doch treu. Auch als seine Liebe auf der anderen Seite steht, wechselt er nicht sofort blind die Seiten, sondern braucht erst Beweise, um zu erkennen, was richtig ist und was falsch.

Sehr gut gefallen hat mir auch Jolissa, Divyas Freundin. Obwohl sie manchmal etwas blauäugig und naiv ist, steht sie doch ihre Frau und kämpft mit ihren Mitteln gegen Ungerechtigkeit, auch wenn sie ihr Leben dabei aufs Spiel setzt.

In diesem Buch gibt es so viele tolle Charaktere. Jeder bringt seine Geschichte mit, jeder spielt eine Rolle im großen Ganzen und jeder bringt sich mit seinem Wissen und seinen Fähigkeiten ein, egal für welche Seite.

Ein Buch, das durch seine besonderen Darsteller noch mitreißender wird.

Schreibstil:

Der Autorin, Susanne Rauchhaus, gelingt es meiner Meinung nach sehr gut, eine tolle Atmosphäre aus 1001 Nacht zu schaffen. Ich wurde sofort in diese Welt der Tänzerinnen hineingezogen und wünschte mir, ich könnte sehen, wie diese tanzen. Die Beschreibungen waren zwar sehr gut, doch trotzdem hätte ich gerne mit eigenen Augen gesehen, wie sich die Vessélas beim tanzen drehen.

Begeistert war ich davon, dass immer wieder neue Tatsachen ans Licht gekommen sind, z.B. Divyas Familiengeschichte oder die Geschichte der Lichter. Teilweise waren die Geheimnisse so geschickt versteckt, dass ich von selber nie darauf gekommen wäre. Das hat zusätzlich Spannung erzeugt und so war man als Leser von Anfang bis zum Ende total gefesselt von dieser Geschichte.

Susanne Rauchhaus gelingt es wirklich sehr gut, die fantastischen Elemente in diesen Roman einzuflechten, so dass sie zwar eine wichtige Rollen spielen, jedoch nicht die ganze Geschichte für sich beanspruchen. 

Fazit:

Das Buch ist eine wirklich schöne, spannende und gelungene Mischung aus historischem Roman und Fantasy. Ich war total begeistert und überrascht von dieser Geschichte. Ein echter Geheimtipp, den jeder gelesen haben sollte!

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an den ueberreuter Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.