Samstag, 31. März 2012

[Rezension] In Frühlingsnächten

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In Frühlingsnächten

Autor(in): Jetta Carleton
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seitenzahl:  318
Preis:  8,99 Euro
Cover / Bildrechte: Kiepenheuer & Witsch Verlag



Gestaltung:

Das Cover gefällt mir sehr gut, auch wenn ich nicht wirklich sagen kann, wie es zum Inhalt des Buches passt. Die Kapuzinerkresse, die dort abgebildet ist, passt leider auch nicht zum Titel „In Frühlingsnächten“, da sie mit dem Frühling wenig zu tun hat. Doch die Farben sind sehr schön und das Cover passt zu dem des ersten Romans von Jetta Carelton „Wenn die Mondblumen blühen“, was mir sehr gut gefällt.

Story: 

Das Buch beginnt sehr ungewöhnlich, indem die Autorin dem Leser direkt erklärt: „Allen Liles ist eine fiktive Figur. Ich habe sie erfunden. Auch ihre Geschichte ist erfunden. Aber nicht ganz. Ein Teil davon ist meine Geschichte, an sie überreicht und entsprechend angepasst.“ Ich fand es sehr schön, dass Jetta Carelton den Leser direkt angesprochen und so mit in die Geschichte hineingezogen hat. 

Danach geht es mit Allens Vorstellungsgespräch weiter und man erfährt ein wenig über sie, ihre Familie und ihre Beziehung zu ihrer Mutter. Doch sehr schnell findet man sich dann mit Allen am College ein, wo sie beginnt ihre Studenten zu unterrichten und ihre Kollegen kennenzulernen. Zwei männliche Studenten haben es Allen besonders angetan. Die drei scheinen seelenverwandt zu sein und beginnen schnell, ihre Freizeit miteinander zu verbringen. Sie sprechen über Bücher, Filme, Musik, aber auch aktuelle Themen, wie z.B. den Krieg. In diesen Kapiteln erfährt man als Leser viel über Literatur und Musik. 

Und langsam wird dann mehr aus einem der Studenten und Allen, ein Liebespaar. Eine meiner Lieblingsszenen ist der erste Kuss im Nebel. Das ist sehr schön und so romantisch. Doch leider muss ich sagen, geht die Liebesgeschichte dann nicht so romantisch weiter. Die beiden treffen sich, tanzen und küssen sich, reden weiterhin über Musik und Literatur und dann ist die Beziehung beendet, bevor sie richtig begonnen hat. Ich konnte nicht einmal sagen, ob Allen wirklich verliebt ist oder das Ganze einfach aus gemeinsamen Interessen entstanden ist. Ich dachte auch, diese ganze Geschichte wäre dramatischer. Immerhin lässt sich hier eine Lehrerin mit einem ihrer Studenten ein und obwohl ihr privater Kontakt mit den Studenten nicht unbeobachtet bleibt, bleibt er doch ohne wirkliche Konsequenzen, was meiner Meinung nach, diesem Buch die Dramatik genommen hat.

Auch die Tatsache, dass Allen eigentlich ganz andere Wünsche und Träume hat, blieb für mich zu wenig angesprochen. Die Geschichte plätschert langsam dahin und erst als Allen ihrer Job als Lehrerin zu verlieren droht, beginnt sie wirklich darüber nachzudenken, ob das denn so schlimm wäre… .

Charaktere: 

Allen ist eine junge Frau, die viele Träume und Wünsche hat, sich aber der Realität des Geld verdienens stellen muss und versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen. Da sie in ihrem Alter dem Alter ihrer Studenten sehr nahe ist, fühlt sie sich diesen näher, als z.B. ihren Kollegen und freundet sich mit ihnen an. Nicht so ganz nachvollziehen konnte ich, dass Allen sich überhaupt keine Gedanken darüber macht, ihre männlichen Studenten mit nach Hause zu nehmen und gemeinsam mit ihnen um die Häuser zu ziehen. Da ist sie in meinen Augen etwas zu naiv und (wie die Autorin im 1. Kapitel schreibt) zu unschuldig. Schade fand ich auch, dass sie sehr schnell den Kontakt zu den Kolleginnen abbricht und sich dadurch völlig abgrenzt und selber isoliert, was sie zu spüren bekommt, als die Beziehung zu den Studenten zerbricht. Und obwohl man erfährt, dass Allen andere Träume hat, als zu unterrichten, kämpft sie für meinen Geschmack zu wenig dafür. Sie fügt sich stumm in ihr Schicksal und die Tage plätschern einfach so dahin. Überhaupt finde ich kommen Allens Gefühle zu wenig zum Ausdruck. 

Am sympathischsten in der Geschichte waren mir Allens Bruder Dalton, der nur eine kleine, aber wichtige Rolle in dem Buch spielt und der gutmütige, alte Dekan Mr Frawley. Ihn konnte ich mir sehr gut vorstellen, die gute Seele des Colleges.

Aber auch die verschiedenen Kollegen und Kolleginnen von Allen waren gut beschrieben, z.B. Maxine, deren Lebensinhalt eigentlich nicht das unterrichten, sondern die Ehe mit einem angesehen jungen Mann ist oder Dr Ansel, der langweilig ist und keine Frau hat, weil er eine zu enge Beziehung zu seiner Mutter hat.

Dann gibt es noch die Studenten Toby und George, die den jugendlichen Leichtsinn, die Freude am puren Leben symbolisieren. Ich konnte richtig mit ihnen mitfühlen, ihre Freude an der Literatur und der Musik nachvollziehen und doch verstand ich nicht immer ihre Handlungen, z.B. warum sie sich plötzlich von Allen abwenden.

Für mich waren vor allem die Hauptdarsteller zu wenig klar beschrieben, was jedoch auch von der Autorin beabsichtigt worden sein könnte, da man sich dann als Leser mehr Gedanken über die Personen machen muss, sich Fragen ergeben und viel Raum für eigene Interpretationen bleibt.

Schreibstil:

Mir gefiel sehr gut, dass die Autorin Jetta Carleton zu Beginn den Leser direkt anspricht und ihm ein wenig erklärt, warum sie diese Geschichte geschrieben hat. Das hat mich sehr berührt und sofort für dieses Buch eingenommen.

Die Autorin versteht es auch, die Liebe zur Literatur und zur Musik in diesem Buch auszudrücken. Immer wieder findet man Gedichtzeilen oder Liedtexte in der Geschichte und Allen und ihre Studenten diskutieren über verschiedene Autoren und Musiker. Gerade für Menschen, wie mich, die Bücher lieben, ist das sehr gut nachvollziehbar und macht die Protagonisten sympathisch.

Doch durch all diese Literaturdiskussionen kommen meiner Meinung nach die Liebesgeschichte und Allens Kampf um ihre Träume etwas zu kurz. Die Geschichte plätschert so dahin und ich habe immer wieder darauf gewartet, dass endlich etwas passiert, dass das Buch dramatisch und spannend wird.  

Und auch das Ende hat mich eher enttäuscht, da so viele Fragen offen blieben.

Fazit:

Die Geschichte ist sehr schön und lässt den Leser auch über seine eigenen Wünsche und Träume nachdenken. Außerdem bleibt vieles offen, was dem Leser viel Raum für eigene Interpretationen lässt. Dennoch haben mir etwas der Tiefgang, die Dramatik und ein wenig Spannung gefehlt. 

Das Buch ist trotz allem gut geschrieben und lässt sich wunderbar in einer schönen Frühlingsnacht lesen :)
  
Deswegen bekommt es von mir 4 Punkte von 5.

Vielen Dank an lovleybooks.de und den Kiepenheuer & Witsch Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Samstag, 24. März 2012

[Rezension] Gebannt - Unter fremdem Himmel

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Gebannt – Unter fremdem Himmel

Autor(in): Veronica Rossi
Verlag: Oetinger
Seitenzahl:  429
Preis:  8,99 Euro
Cover / Bildrechte: Oetinger Verlag




Gestaltung:

Das Cover ist ein richtiger Hingucker. Es unterscheidet sich meiner Meinung nach ziemlich von den übrigen Covern, die es momentan so gibt. Zwar ist das Profil des Mädchens nichts Neues, jedoch liegt das Hauptaugenmerk auf dem „A“ im Titel „Gebannt“, das in einem türkis-blau wie Flammen brennt und zusätzlich von Blätterranken umringt wird. Diese blauen Flammen passen wirklich super zur Geschichte des Buches. 

Doch auch ohne Schutzumschlag ist das Buch sehr schön gestaltet. Zwar gibt es dort kein „brennendes“ A mehr, dafür ist das Mädchenprofil größer dargestellt.

Story: 

Zu Beginn des Buches wird aus Arias Sicht erzählt, wobei es trotzdem immer in der 3. Person geschrieben ist. Es geht auch sofort richtig los, indem man erfährt, dass Aria den Kontakt zu ihrer Mutter, die in einer anderen Biosphäre arbeitet, verloren hat. Sie möchte gerne erfahren, was passiert ist. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Perry und Aria treffen zum ersten Mal aufeinander, wobei Aria davon wenig mitbekommt.

Aber bevor man erfährt, was mit ihr passiert, wechselt die Geschichte erst einmal in Perrys Perspektive, was natürlich dazu beiträgt, dass die Spannung noch länger erhalten bleibt. Man erfährt zunächst einmal, wo Perry lebt und was seine besondere Gabe ist und dass es in seiner Welt noch weitere Menschen mit anderen Gaben gibt. 

Danach wechselt die Geschichte wieder zu Aria, die dann auch ziemlich schnell aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wird und schließlich erneut auf Perry trifft. Von da an geht die Geschichte in einem Handlungsstrang weiter, wird jedoch weiterhin aus den beiden Perspektiven erzählt.

Obwohl die beiden zusammen einen mehrtätigen Fußmarsch zurücklegen wird es nie langweilig. Es tauchen immer wieder neue Wesen auf, die Spannung in die Geschichte bringen und auch von Aria und Perry erfährt man ständig neue Dinge, die mich immer wieder überrascht haben.

Sehr schön fand ich, dass sich  die beiden nicht sofort ineinander verliebt haben, sondern erst im letzten Drittel des Buches wirklich ein Paar werden und dann aber erst einmal wieder getrennte Wege gehen müssen. Doch der Schluss des Buches lässt darauf schließen, dass es nicht lange so bleiben wird.

Das Ende ist zum Glück keiner dieser gemeinen Cliffhanger und trotzdem ist es so geschrieben, dass man am liebsten sofort weiterlesen möchte, vor allem, da noch einige Fragen offen geblieben sind.

Charaktere: 

Aria hab ich sofort ins Herz geschlossen. Obwohl sie an ihre Welt glaubt, ist sie nicht so naiv, sondern kämpft darum Informationen zu bekommen. Natürlich ist sie zu Beginn völlig überfordert, als sie in einer fremden Welt ausgesetzt wird und findet sich nur schwer zurecht, da sie ja sehr wohlbehütet aufgewachsen ist. Doch sie hat Kampfgeist und beißt sich durch. Sie ist Perry nicht sofort völlig verfallen, sondern verliebt sich erst, als sie ihn näher kennenlernt und selbst in dieser Situation verliert sie ihre eigentliche Aufgabe nicht aus den Augen.

Perry ist der typische Held. Er hat eine besondere Gabe und kämpft für die Menschen, die ihm wichtig sind. Zu Beginn ist er recht schroff zu Aria, doch mit der Zeit erfährt man immer mehr von seiner weichen Seite und seinen Hintergründen. Natürlich hilft er Aria zunächst nur, um selber Vorteile daraus zu ziehen, doch mit der Zeit entwickelt er Gefühle für sie, die er zuerst verleugnet, dann jedoch mit Haut und Haar dafür kämpft. Aber auch er hat eine Aufgabe und Verantwortung, die zunächst Priorität haben.

Doch es gibt auch einige Nebendarsteller, die eine interessante Geschichte mit sich bringen. Da gibt es z.B. noch ein tragisches Liebespaar: Perrys Schwester Liv, die einem anderen versprochen ist, jedoch Perrys besten Freund Roar liebt. Cinder, der plötzlich auftaucht und eine außergewöhnliche, aber auch gefährliche Gabe hat. Talon, Perrys Neffen, der von Arias Leuten entführt wird und nicht mehr nach Hause möchte und viele mehr. Ich hoffe, dass man auch von diesen Darstellern in den nächsten beiden Teilen mehr erfahren wird.

Schreibstil:

Obwohl die Autorin, Veronica Rossi, nicht allzu viel über ihre Welt erzählt und erklärt, bekommt der Leser doch einige Eindrücke und macht sich dadurch ein Bild. Besonders die Ätherstürme haben mich sehr fasziniert und waren immer wieder so beschrieben, dass ein richtiger Film in meinem Kopf abgelaufen ist.

Das Buch ist insgesamt sehr flüssig geschrieben und die unterschiedlichen Erzählperspektiven führen dazu, dass man sich noch besser in die beiden Protagonisten hineinversetzen und mit ihnen fühlen kann.

Ein roter Faden führt durch das ganze Buch. Dieser bewirkt, dass Arias und Perrys Welten geschickt durch verschiedene Ereignisse zusammengeführt werden. Dadurch bekommt man als Leser das Gefühl, dass jedes erwähnte Detail irgendwann zu einem wichtigen Bestandteil der Geschichte werden könnte.

Die Geschichte ist durchgehend spannend und man kommt als Leser kaum dazu einmal wirklich Luft zu holen. 

Da jedoch sehr viele Fragen offen geblieben sind, warte ich jetzt sehnsüchtig auf den zweiten Teil dieser spannenden Triologie.

Fazit:

Das Buch hat mich sofort von der ersten Seite an gefesselt. Ich bin momentan ein großer Fan von Distopien und Fantasy und dieses Buch vereint beide Elemente miteinander und hat damit meinen Geschmack zu 100 % getroffen. Eine wirklich einmalige, neue Geschichte, in einem allbekannten Schema. Ein tolles Buch, das nicht nur Fans von Distopien faszinieren wird.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Vielen Dank an den Oetinger Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 19. März 2012

Buchmesse Leipzig 2012

Kommentare:
Ich kann es noch immer nicht glauben, ich war tatsächlich in Leipzig auf der Buchmesse!!!

                                                      
                                                         

                                       

Es war sooooo ... toll! Leider kann man die Atmosphäre schlecht mit der Digicam einfangen, aber hier trotzdem ein paar Bilder:





Natürlich musste ich auch ganz schön schwer schleppen, bei all den Lesezeichen, Katalogen und Leseproben ...



                        
                                  Und natürlich bin ich auch nicht ohne Buch rausgegangen ;)

                                                                      Mein Neuzugang:

                                                               

                                                         Doch die beste Entdeckung war:

                                                                         WAHNSINN!!!!
                                                      Der 2. Teil von "Ewiglich die Sehnsucht".

Am liebsten hätte ich das Buch sofort mitgenommen, doch leider muss ich noch bis Januar 2013 warten :(



Die Buchmesse war sooooooooo... toll! Vielleicht schaff ich es aber nächstes Jahr am Samstag. Würd mich RIESIG freuen, wenn ich andere Blogger treffen, Autoren kennenlernen und Autogramme bekommen könnte. Dann wäre die Messe wirklich perfekt :)



                                                                     Bis nächstes Jahr also ....
                                               

Sonntag, 11. März 2012

[Rezension] Halo

Kommentare:
Halo

Autor(in): Alexandra Adornetto
Verlag: rowohlt
Seitenzahl:  557
Preis:  15,99 Euro
Cover / Bildrechte: Rowohlt Verlag

Gestaltung:

Das Cover gefiel mir sofort sehr gut. Ich finde es sehr schön, dass man nur die Schatten  von den Personen, die wahrscheinlich Xavier und Bethany darstellen sollen, sieht. Das ist einmal etwas ganz anderes, als die übrigen Cover. Und das Beste: Das Buch sieht auch ohne Schutzumschlag wirklich super aus.


Story:

Die Inhaltsangabe hat mich sofort in den Bann gezogen und ich wollte das Buch unbedingt lesen, da ich Geschichten mit Engeln total gerne mag. Das Buch fängt auch wirklich schön an, indem beschrieben wird, wie Bethany und ihre Geschwister Gabriel und Ivy auf die Erde kommen und sich in Venus Cove einleben. Super fand ich, dass Bethany nicht sofort alles wusste. Es ist ja ihr erster Aufenthalt auf der Erde und da hat sie einiges zu lernen z.B. auch, wie ein menschlicher Körper funktioniert. 

Danach geht es ab zur Highschool, wo sie andere Teenager kennenlernt, wie z.B. die beliebte Cheerleaderin Molly, die ihr hilft, sich zurecht zu finden. Und dann taucht natürlich Xavier auf und Bethany weiß zuerst nicht recht was ihr geschieht, da sie das Gefühl des verliebt seins ja noch nicht kennt. Doch nach und nach werden die beiden ein unzertrennliches Paar und da Bethany nicht möchte, dass sie Geheimnisse voreinander haben, offenbart sie sich ihm als Engel. Leider fand ich Xaviers Reaktion auf dieses Geständnis doch sehr übertrieben. Überhaupt muss ich zugeben, dass mir die Liebesgeschichte doch etwas zu viel war. Die beiden verbringen kaum noch Zeit ohne einander und treffen sich selbst zwischen den einzelnen Schulstunden, damit Xavier Bethanys Bücher zum nächsten Klassenzimmer tragen kann. Natürlich will man, wenn man frisch verliebt ist, jede Minute miteinander verbringen, aber ich finde, dass das hier etwas übertrieben dargestellt ist. 

Als dann Gabriel und Ivy erfahren, dass Bethany ihr Geheimnis verraten hatte, dachte ich, jetzt käme endlich das Donnerwetter und Gabriel holt sich auch den Rat der anderen Erzengel, aber … leider passiert nichts. Bethany wird nicht einmal dafür gerügt, dass sie ihr wichtigstes Geheimnis, ihre Identität, verraten und damit ihre Mission in Gefahr gebracht hat. Da habe ich mir anhand des Klappentextes doch etwas mehr erwartet.

Danach plätschert die Geschichte so ein bisschen dahin und Xavier lernt Bethanys Familie kennen und Bethany lernt Xaviers Familie kennen, sie verbringen Zeit miteinander und gehen zur Schule… . 

Als mit Jake Thorn, ein neuer geheimnisvoller Schüler in der Schule auftaucht und Bethany schöne Augen macht, hab ich mich total gefreut. Endlich passiert mal etwas! Und Jake bringt auch jede Menge Schwung in das Buch, er hetzt Freunde gegeneinander auf und bringt Bethanys und Xaviers Beziehung ins Wanken. Diesen Teil fand ich wirklich super und auch spannend, denn man wusste als Leser nie, was als nächstes passieren würde.

Doch leider hielt diese Spannung nicht lange an, denn die Engel entdeckten schnell, dass Jake zur „anderen Seite“ gehört und bringen ihn (für meine Verhältnisse) etwas zu einfach zur Strecke.

Sehr gut gefallen hat mir der Schluss. Es ist zwar ein richtiger Cliffhanger, aber das gab dem Buch dann doch noch etwas Spannung und durch die Leseprobe zu Teil 2, die es am Ende von „Halo“ noch gibt, freu ich mich richtig auf die Fortsetzung und hoffe, dass es darin mehr Spannung und weniger Liebesschnulze gibt :)

Charaktere: 

Bethany gefiel mir sehr gut. Obwohl sie ein Engel ist, ist sie nicht perfekt. Sie muss sich erst auf der Erde zurechtfinden und tut sich dabei manchmal ganz schön schwer z.B. als sie zum ersten Mal Zug fahren soll. Schade fand ich, dass Bethany ihre Mission so ganz egal zu sein scheint, denn sie will einfach nur einmal alles erleben, was „normale“ Teenager auch erleben. Sie will zur Schule gehen, Freundinnen treffen, sich verlieben, auf Bälle gehen usw. Und dabei geht sie manchmal sehr egoistisch vor. Auch als es darum geht, Xavier ihre wahre Identität zu verraten, denkt sie nicht lange über die Konsequenzen nach, sondern handelt einfach, wie sie es für richtig hält. Während sich ihre Geschwister bemühen, die Welt ein wenig besser zu machen, bemüht sich Bethany eigentlich nur um Xavier, den sie sofort über alles liebt. Das fand ich persönlich sehr schade, da, meiner Meinung nach, in Bethany viel mehr Potenzial steckt.

Xavier ist der absolute Held, doch nicht auf die sympathische, sondern eher die perfekte Art. Er scheint überhaupt keine Fehler zu haben und auch seine Vergangenheit, von der man Anfangs denkt, sie würde ihm vielleicht im Weg stehen, ist sehr schnell vergessen, als es um Bethany geht. Er hat auch keine Angst und legt sich, obwohl er ja ein Sterblicher ist, auch mit den dunklen Mächten an. Als Bethany ihm ihr Geheimnis anvertraut ist er nicht einmal schockiert oder denkt, er träumt, nein, er nimmt das alles einfach hin, weil er sie ja liebt. Diese Liebe wird nur ein einziges Mal auf die Probe gestellt und ich war wirklich froh, dass Xavier in dieser Situation ausnahmsweise wie ein richtiger Junge reagiert hat.

Gabriel und Ivy sind zwar Engel, aber auch sie sind viel zu perfekt. Sie wissen alles, können alles und treffen nie falsche Entscheidungen. Was mich zusätzlich gestört hat, war die Tatsache, dass Gabriel viel zu sehr auf die göttliche Macht vertraut und deshalb öfter nicht selber handelt. Er befolgt treu alle Gesetze, komme was wolle und fällt dabei nie aus der Reihe. Die beiden Engel stoßen einige Hilfsprojekte an, aber was wirklich ihre Aufgabe auf der Erde ist, konnte ich nicht so recht erahnen.

Jake Thorn war mir ehrlich gesagt noch am sympathischsten, auch wenn er eigentlich der Böse ist. Er bringt ordentlich Schwung in die Geschichte und scheint auch seine Fehler zu haben, als er sich z.B. in Bethany verliebt. Ich bin gespannt, was mit ihm im zweiten Teil noch passiert.

Schreibstil:

Das Buch ist sehr schön und flüssig geschrieben, so dass es Spaß macht es zu lesen. 

Die Autorin, Alexandra Adornetto glänzt mit tollen Beschreibungen z.B. von Bethanys Ballkleid, so dass man sich alles genau vorstellen kann und richtige Bilder im Kopf entstehen. 

Auch die Darstellungen über den Himmel fand ich sehr gelungen. Obwohl jeder seine eigenen Vorstellungen zu diesem Thema hat, gefiel mir die Version der Autorin doch sehr gut und auch für Menschen, die nicht an Engel glauben, ist die Geschichte, meiner Meinung nach gut erzählt.

Fazit:

Ich denke, ich hab mir von dem Buch zu viel erwartet. Wenn man es als schöne Liebesgeschichte sieht, liest es sich wirklich wunderbar. Wenn man jedoch Spannung sucht und auf Action wartet, ist es wohl eher eine Enttäuschung.

Trotz allem hat es mir Spaß gemacht dieses Buch zu lesen und ich denke (anhand der Leseprobe), dass es im 2. Teil auf jeden Fall spannender wird und ich freu mich schon auf diese Fortsetzung.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Vielen Dank an den rowohlt Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.