Montag, 6. Januar 2014

Rezension: Es wird keine Helden geben

Cover 




 Titel: Es wird keine Helden geben
 Autor/in: Anna Seidl
 Seitenzahl: 256
 Preis: 14,95 € (D)
 ISBN: 978-3789147463
 Bildquelle: www.oetinger.de
„Ein völlig normaler Schultag. Doch kurz nach dem Pausenklingeln fällt der erste Schuss. Die fünfzehnjährige Miriam flüchtet mit ihrer besten Freundin auf das Jungenklo. Als sie sich aus ihrem Versteck herauswagt, findet sie ihren Freund Tobi schwer verletzt am Boden liegen. Doch für Tobi kommt jede Rettung zu spät, und Miriam verliert an diesem Tag nicht nur ihr bislang so unbeschwertes Leben.“          

Miriam ist eine ganz normale Fünfzehnjährige. Doch das ändert sich plötzlich, als ein Mitschüler von ihr zum Amokläufer wird und um sich schießt. Auch ihr Freund Tobi fällt dem Amoklauf zum Opfer.

Plötzlich ist für Miriam alles anders: Ihre erste große Liebe ist verloren, ihre besten Freundinnen verhalten sich unberechenbar und auch sie weiß nicht, wie sie nach dem Amoklauf weitermachen soll. Wie soll sie mit all der Trauer, der Wut, den Schuldgefühlen und der Leere in sich weiterleben?

Wow! Dieses Buch hat mich wirklich tief beeindruckt. Es beginnt sofort mit dem Amoklauf und dadurch, dass das Buch aus Sicht der Protagonistin Miriam erzählt wird, spürt man förmlich die Atmosphäre während der Amokläufer durch die Schule läuft: Die Angst, die Unsicherheit, die Verzweiflung, die Panik. Die Autorin Anna Seidl, schafft es mit wenigen Seiten mich total in das Geschehen hineinzuziehen, mich zu schockieren und selbst hilflos zu fühlen. Man wünscht sich förmlich selbst dort zu sein und den Helden spielen zu können. Doch wie der Titel schon sagt: "Es wird keine Helden geben" und das zeigt Anna Seidl mit einigen sehr eindrucksvollen Szenen auf.

Nach dem Amoklauf ist es dann, als würde die Zeit erst einmal stehenbleiben. Man erlebt, dass Miriam alles, wie in einer Blase erlebt und doch sämtliche Gefühle auf sie einstürmen. Ich bin richtig begeistert, wie es der Autorin gelingt, jedes einzelne Gefühl so glaubwürdig und eindringlich zu schildert, dass man es wirklich nachvollziehen kann, auch wenn man selbst (zum Glück) so etwas noch nicht erlebt hat. 

Anhand der verschiedenen Darsteller in der Geschichte beschreibt Anna Seidl verschiedene Arten mit dem Amoklauf umzugehen. Es ist ihr wirklich besonders gelungen, jedem Charakter seine eigene Art der Bewältigung zuzuschreiben, ohne dass es zu viel wird oder überfrachtet und übertrieben klingt. So erfährt der Leser, dass es nicht das Patentrezept, sondern dass es viele Facetten der Verarbeitung gibt, wenn man so ein schreckliches Szenario erleben musste und nicht jede Art ist positiv. Hier nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund, sondern beschreibt schonungslos, dass nicht jedes Schicksal am Ende mit einem Happy End abschließt.

Doch in diesem eindrucksvollen Buch geht es nicht nur um den Amoklauf an sich, sondern um all die für Jugendlichen so wichtigen Themen: Die erste Liebe, die Beziehung zu den Eltern, Freundschaft, Zusammenhalt, Zugehörigkeit und seinen Platz in der Welt zu finden. In dieser Geschichte stecken all diese Gefühle drin, ohne dass es zu viel wird. Alles findet seinen Platz und wird so glaubwürdig und eindringlich erzählt, dass man es nachvollziehen kann und trotzdem zum Nachdenken angeregt wird.

Der Schreibstil von Anna Seidl ist dabei so flüssig und so gefühlvoll, dass man einfach nicht anders kann, als immer weiter und weiter zu lesen, bis man am Ende angekommen ist und das Buch völlig sprachlos zuschlägt.

Dieses Buch hat mich wirklich sehr aufgewühlt und nachdenklich gemacht. Unwillkürlich fragt man sich, was einen Menschen zu einem Amokläufer macht und ob man selbst vielleicht anders gehandelt hätte als Miriam und ihre Freunde. Meiner Meinung nach, wär es wirklich wichtig, dass jeder Jugendliche dieses Buch liest, denn anhand dieser Geschichte wird auf einfühlsame Weise aufgezeigt, wie man vielleicht einen Teil zur Prävention beitragen könnte.
Dieses Buch hat mich wirklich sprachlos gemacht. Es hat mich aufgewühlt und zum Nachdenken gebracht. Ein wirklich tolles, einfühlsames und sehr berührendes Buch, das als Pflichtlektüre an jede Schule gehört.

Großen Respekt an die Autorin Anna Seidl, die mit 16 Jahren, ein so bewegendes Buch schrieb, das wirklich unter die Haut geht. Dafür kann man nur die Höchstwertung geben und es in jedem Fall und von Herzen weiterempfehlen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

http://www.oetinger.de/

Anna Seidl: https://www.facebook.com/an.seidl?fref=ts



Ihr seid jetzt neugierig auf dieses Buch? Dann bewerbt Euch für die Leserunde auf lovelybooks:

http://www.lovelybooks.de/autor/Anna-Seidl/Es-wird-keine-Helden-geben-1072969080-w/leserunde/1071299814/1073528749/

Kommentare:

  1. Ein tolles Buch und eine super positive Rezi (:
    Ich darf bei der Bloggeraktion von Ka-Sa-Buchfinder teilnehmen und freue mich schon darauf es zu lesen!
    Liebe Grüße,
    Jasi

    AntwortenLöschen
  2. Deine Rezi gefällt :-) Ich habe mich allerdings entschlossen, keine volle Punktzahl zu vergeben.
    Liebe Grüße Hanne
    die sich jetzt mal weiter durch die Rezis wühlt

    AntwortenLöschen
  3. Schöne Rezension :)
    Das Buch klingt wirklich sehr interessant, ich denke, das werde ich mir bald kaufen :)

    AntwortenLöschen
  4. Schön geschrieben. Ich sitz noch dran an meiner Rezension. Ganz so berührt hat es mich zwischendurch nicht.

    LG

    AntwortenLöschen
  5. Eine sehr schöne Rezi :) Meine ist jetzt auch fertig!

    LG Chrisy

    AntwortenLöschen
  6. Und schon wieder eine äußerst positive Rezension zu diesem Buch, es rutscht immer weiter hoch auf meiner Wunschliste :) Ich finde es echt beeindruckend, dass die Autorin mit 16 Jahren ein Buch über so ein ernstes Thema geschrieben hat!

    Liebe Grüße
    Chrisi

    AntwortenLöschen
  7. Eine sehr schöne Rezension zum Buch ;)
    Ich bin schon sehr neugierig auf das Buch ;)

    Liebe Grüße
    Rebecca

    AntwortenLöschen
  8. Hi Moni,

    deine Rezi ist auch toll :) mir ging das Buch auch richtig unter die Haut.

    Glg
    Micha

    AntwortenLöschen