Sonntag, 23. September 2012

Rezension "Grischa - Goldene Flammen"


Autor(in): Leigh Bardugo
Verlag:
Carlsen
Seitenzahl: 
351
Preis:  
17,90 Euro
ISBN:  978-3551582850

Bildquelle und Infos: *hier*


Die Gestaltung des Covers finde ich sehr außergewöhnlich. Schon allein das Papier fasst sich anders an, ist nicht so glatt und eben. Die Zeichnung zeigt ein Mädchen, das wahrscheinlich die Protagonistin Alina darstellt. Im Hintergrund kann man noch einen Hirsch und Wälder erkennen, was super zur Geschichte passt. Das Ganze sieht aus, als wäre es mit Tinte und Malkasten auf das Cover gemalt. Ich finde, es sieht super aus und hebt sich eindeutig von anderen Covern ab. 

 
„Alina ist einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Dass sie heimlich in Maljen verliebt ist, ihren besten Freund seit Kindertagen, darf niemand wissen. Schon gar nicht Maljen selbst, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm.
Bei einem Überfall rettet Alina Maljen auf unbegreifliche Weise das Leben. Doch was sie da genau getan hat, kann sie selbst nicht sagen. Plötzlich steht sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und wird zum mächtigsten Grischa in die Lehre geschickt. Geheimnisvoll und undurchschaubar, wir er von allen der Dunkle genannt. Aber wieso fühlt sie sich von ihm so unwiderstehlich angezogen? Und warum warnt Maljen sie so nachdrücklich vor dem Einfluss des Dunklen?“
(Quelle:  http://www.carlsen.de/hardcover/grischa-band-1-goldene-flammen/30843#Inhalt)

Alina und Maljen sind Waisenkinder und deshalb in einem Heim aufgewachsen. Schnell sind die beiden richtig dicke Freunde geworden und gemeinsam in die Armee des Zaren eingetreten. Alina als Kartografin, Maljen als Fährtenleser.

Gemeinsam mit der Armee sollen sie durch die dunkle Schattenflur reisen, in der unheimliche Geschöpfe ihr Unwesen treiben. Als sie auf dieser Schifffahrt angegriffen werden und Maljen fast getötet wird, bricht sich etwas in Alina Bahn und rettet ihm das Leben. Doch von da an ist sie nicht mehr Alina, das Waisenkind oder Alina, die Kartografin. Jetzt plötzlich soll sie Alina, die Sonnenkriegerin sein, die die Menschheit von der Schattenflur und den grässlichen Ungeheuern befreien soll. 

Aber das Mädchen hat keine Ahnung, wie sie das anstellen soll. Sie kann das Licht, das in ihr ist, nicht beliebig aufrufen und damit kämpfen. Sie ist nicht, wie die anderen Grischa, die ihre Fähigkeiten fest im Griff haben und diese einsetzen können, wann immer sie wollen. Deshalb wird Alina auch von Maljen weg und in den Kleinen Palast gebracht, in dem der Dunkle herrscht und neue Grischa ausbildet. Jetzt heißt es üben, üben, üben, denn der Dunkle hat große Pläne mit Alina. Und nicht nur das, er scheint sich auch für das Mädchen zu interessieren. 

Doch Alina ist sich alles andere als sicher: Soll sie wirklich die gefeierte Sonnenkriegerin sein und wieso reagiert Maljen nicht auf ihre Briefe? Was empfindet sie für den Dunklen und er für sie? Wie wird ihr Leben künftig aussehen und hat sie wirklich eine Wahl oder ist ihr Schicksal längst vorbestimmt?

 
Alina ist in einem Waisenhaus zusammen mit Maljen und anderen Kindern aufgewachsen. So lange sie denken kann hat sie besondere Gefühle für den Jungen und muss mit ansehen, wie er immer wieder neue Mädchen in seinen Bann zieht und sie für ihn nur eine gute Freundin bleibt. Trotz allem hält sie weiter zu ihm und rettet ihm sogar das Leben, auch, wenn sie nicht sagen kann, wie sie das gemacht hat. Als ihr gesagt wird, dass sie die einzige Sonnenkriegerin sein soll, kann sie es anfangs überhaupt nicht glauben und denkt, der Dunkle hätte sich geirrt. Lange Zeit hat sie keine Ahnung, wie sie ihre Kräfte einsetzen kann und akzeptiert auch nicht, dass sie zu den Grischa gehört. Als der Dunkle Gefühle für sie zeigt, fühlt sie sich geschmeichelt und ist gleichzeitig verwirrt. Sie wünscht sich nichts mehr, als ein Zuhause, irgendwo dazuzugehören und endlich zu wissen, wer sie ist. Doch auch Maljen kann sie nicht so einfach vergessen. Immerhin war er immer ihr Fels in der Brandung. Alina gefiel mir sehr gut, da sie ihre Kräfte nicht von Anfang an perfekt beherrscht und auch nicht immer alles richtig macht. Trotzdem ist sie nur sehr ungenau beschrieben und ich konnte mir nicht so richtig ein Bild von ihr machen.

Maljen war sehr schwer für mich einzuschätzen. Zum einen erschien er mir sehr sanft, aber andererseits scheint er auch seine Wirkung auf Frauen zu kennen und bewusst einzusetzen. Dass Alina in ihn verliebt ist merkt er anscheinend nicht oder will es nicht merken. Als Alina in den Kleinen Palast gebracht wird, tut er nichts, um sie davor zu bewahren, obwohl beide nicht wissen, was mit ihr dort passieren soll. Danach hört man erst einmal nichts mehr von dem jungen Mann. Ich hätte es schön gefunden, wenn die Geschichte sowohl aus Alinas, als auch aus Maljens Sicht geschrieben gewesen wäre, dann hätte man auch erfahren, wie es Maljen ohne Alina erging und was wirklich in ihm vorgeht.

Sehr schön fand ich einige Nebendarsteller, z.B. Genja, die eigentlich eine Sklavin von Zar und Zarin ist und deren Launen ausgesetzt ist. Sie hat die Gabe, Dinge und Personen schön zu machen und sieht dementsprechend aus. Doch so viel Aufmerksamkeit sie auch auf sich zieht, ist sie doch in den unscheinbaren Fabrikator David verliebt, der sie keines Blickes zu würdigen scheint. 

Auch Alinas Lehrerin Baghra ist eine faszinierende Persönlichkeit. Doch ihr Geheimnis soll jeder Leser selber lüften.


 
Das Buch beginnt mit dem „Davor“, in dem man einen kleinen Ausschnitt aus Alinas und Maljens Kindheit bekommt, was ich sehr schön fand, da man dadurch die beiden Protagonisten etwas besser kennenlernt.

Danach wird die Geschichte aus Alinas Sicht erzählt. Man erfährt als Leser, wie sehr sie in Maljen verliebt ist und dass sie im Dienst des Zaren steht und dort zur Kartografin ausgebildet wird. Schnell gewinnt das Buch jedoch an Spannung, als Alina und Maljen, gemeinsam mit einigen anderen in die Schattenflur (eine düstere Gegend) geschickt und dort fast getötet werden. Ab da ließ mich das Buch nicht mehr los und ich war richtig gespannt, wie es mit Alina weitergehen würde.

Etwas schwierig fand ich die vielen neuen Begriffe, mit denen die Grischa bezeichnet werden. Jede „Art“ hat aufgrund seiner Fähigkeiten verschiedene Namen und trägt Gewänder in den entsprechenden Farben. Obwohl es vorne im Buch eine Auflistung gibt, brauchte ich doch ein paar Kapitel Zeit, um mich in der Welt der Grischa zurechtzufinden.

Sehr schön fand ich allerdings die Welt, in der die Geschichte spielt. Obwohl sie von der Autorin Leigh Bardugo für dieses Buch frei erfunden wurde, erinnert sie doch stark an Russland und das Zarentum. Das fand ich sehr originell und gefiel mir deshalb besonders gut. Damit man sich in der Welt von Alina und Maljen zurecht findet, gibt es im vorderen Teil des Buches eine Karte, auf der die verschiedenen Orte eingezeichnet sind. Damit kann man sich ein besseres Bild der Umgebung machen.

Insgesamt ist das Buch sehr flüssig geschrieben und der Schreibstil der Autorin liest sich leicht und wirkt (vor allem auch aufgrund der Landschaft) fast schon malerisch. Ich war richtig von der Welt der Grischa fasziniert und das Buch war leider viel zu schnell zu Ende.

Etwas schade fand ich das Ende. Es war nicht wirklich ein Cliffhanger, ging meiner Meinung jedoch viel zu offen aus. Alles passiert plötzlich viel zu schnell und der Showdown ist beendet, bevor es noch richtig begonnen hat. Im „Danach“ erfährt man zwar noch ein bisschen, wie es mit den beiden Protagonisten weitergeht, aber es bleiben viel zu viele Fragen offen. Das liegt sicher auch daran, dass zwei weitere Bänder um die Sonnenkriegerin geplant sind. Jetzt heißt es also wieder voller Sehnsucht darauf zu warten, wie es mit Alina, Maljen und der Welt der Grischa weitergeht.

 
Diese Geschichte besticht vor allem durch viel Originalität in der Wahl der magischen Wesen und der Welt, in der sie spielt. Ich war richtig fasziniert von den Grischa und wollte immer noch mehr von ihnen erfahren, so dass ich das Buch gar nicht mehr weglegen konnte. 

Eine etwas andere Fantasy-Geschichte, die toll erzählt ist und definitiv Lust auf mehr macht.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.




 
Vielen Dank an Buchbotschafter und den Carlsen Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.








Kommentare:

  1. Wunderschöne Rezi :)

    Schade, dass das Ende anscheinend nicht so gut war. Hat den Buch anscheinend schon einiges geschadet. Gibt es davon vielleicht eine Fortsetzung? (Steht jetzt auf meiner WL ;) )

    LG

    Alisia

    http://alisiaswonderworldofbooks.blogspot.de/

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    1. Das Buch ist schon super, aber am Ende ging es mir einfach zu schnell. Wahrscheinlich wurde das aber eben auch so gemacht, weil es mal wieder eine Triologie werden soll. Ich freu mich auf jeden Fall auf die Fortsetzung, hätte mir aber doch ein irgendwie "runderes" Ende für Band 1 gewünscht :) Aber das Buch solltest Du auf jeden Fall lesen! Es ist wirklich originell und liest sich total gut.

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  2. Ich will es jetzt auch endlich!!!!!

    Glg
    Steffi

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    1. Ich drück Dir die Daumen, dass Du es bald gewinnst :)

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  3. Hallo Monika!
    Hast du schon vom Bloggernetzwerk gehört? Wenn nicht, dann lass ich dir mal kurz den Link zum Hintergrund des Blogs da:
    https://bloggervernetzt.wordpress.com/an-blogger/
    Ich bin dort jedenfalls seit kurzem Mitglied und würde mich sehr freuen, wenn ich deine Rezension hier zu "Grischa" verlinken dürfte. (Und mit deiner Erlaubnis auch in Zukunft ein paar deiner Rezensionen?)
    Und hier sende ich dir auch einen Beispiellink, wie es das Ganze im Endeffekt aussehen kann:
    https://bloggervernetzt.wordpress.com/2015/03/27/die-sieben-schwestern-01-von-lucinda-riley/#more-1436

    Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Ganz lieben Gruß ♥,
    Janine

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  4. Danke liebe Monika, für deine Antwort auf meinem Blog. :-) Freut mich, dass ich dich verlinken darf. Ich werde mich gleich mal an die Arbeit machen und schauen, welche Rezensionen ich von dir alle schon bei uns verlinken kann, ja?
    Alles Liebe ♥ und einen schönen Dienstag wünsche ich dir noch!
    Janine

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